Ein Interessent für Bödefeld

Seit Landarzt Dr. Franz Josef Ochsenfeld in Rente ist, hofft  Bödefeld auf einen neuen Arzt.
Seit Landarzt Dr. Franz Josef Ochsenfeld in Rente ist, hofft Bödefeld auf einen neuen Arzt.
Foto: WAZ FotoPool/ Ralf Rottmann
Was wir bereits wissen
Händeringend suchen die Kassenärztliche Vereinigung und die Stadt Schmallenberg nach einem Landarzt für Bödefeld. Offenbar gibt es jetzt einen ernsthaften Bewerber.

Bödefeld..  12 Kilometer nach Bad Fredeburg, 15 Kilometer nach Meschede oder Bestwig – so weit ist die Entfernung in Bödefeld bis zum nächsten Arzt. Seit Dr. Franz-Josef Ochsenfeld im April 2014 seine Praxis schloss, suchen die Stadt und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Westfalen-Lippe nach einer Nachfolgeregelung für den 1000-Einwohner-Ort.

Zweigpraxis einrichten

Mittlerweile gibt es wohl einen ernstzunehmenden Interessenten, so lautet die Information der Kassenärztlichen Vereinigung. Dieser wolle in Bödefeld eine Zweigpraxis einrichten. Doch dafür müssten noch Detailfragen geklärt werden. Und der Mediziner bitte deshalb darum, vorerst keine weiteren Informationen herauszugeben, sagte Christopher Schneider, Pressesprecher der KV: „Wir sind aber guter Dinge, dass es klappt.“

Ziel ist es laut Bürgermeister Bernhard Halbe, zum 1. Juli einen neuen Mediziner in Bödefeld begrüßen zu können. Bis dahin kümmern sich Stadt und KV schon um die Praxisräume. Im Blick ist ein Wohn- und Geschäftshaus, in dessen Erdgeschoss die Praxisräume eingerichtet werden sollten. Der Bauantrag liege bereits vor. Halbe: „Noch Ende Januar soll vertraglich alles geregelt sein.“

Die KV hat bereits zugesagt, bis zu 50 000 Euro aus den Beiträgen der Vertragsärzte in ganz Westfalen-Lippe bereitzustellen. Schneider: „Wie der Arzt das nutzt, bleibt ihm überlassen. Wir können ihm damit finanziell den Start erleichtern oder die Praxiseinrichtung bezahlen.“

Derweil, so bestätigte Franz-Josef Klauke, Vorsitzender des Bezirksausschusses, sei es für die Bödefelder schwer einen Arzt zu finden. „Wir mussten uns überall umhören. Doch die meisten Praxen sind schon voll.“ Ein weiteres Problem sei, dass viele Ärzte an der Altersgrenze stünden. Und für jedes Rezept müsse man nun weit fahren.

„Zurzeit mogeln sich viele Bödefelder so durch“, hat Klauke beobachtet. Gerade am Wochenende, wenn auch der öffentliche Nahverkehr nur noch selten fährt, werde öfters mal der Notarzt gerufen. Klauke: „Wir brauchen hier dringend einen Arzt.“