Ein „grüner Knallfrosch“ stört die Nachtruhe

Polizisten kontrollieren  die Tuning-Szene am sogenannten „CarFreitag".
Polizisten kontrollieren die Tuning-Szene am sogenannten „CarFreitag".
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Mescheder ärgern sich über eine laut knallende Auspuffanlage, ist die Veränderung aber in den Papieren eingetragen, sind der Polizei die Hände gebunden.

Meschede.. „Grüner Knallfrosch“ ist noch einer der netteren Ausdrücke, die die Mescheder für den Autofahrer finden, der nachts mit lauten Motor- und Auspuffgeräuschen durch die Innenstadt und über die Warsteiner Straße brettert. Er gehört zu der Raserfraktion, die zuletzt die Nachtruhe der Mescheder störte. Dazu lässt der Fahrer gern auch mal den Auspuff knallen, berichtet die Facebook-Gemeinde und ärgert sich darüber, dass die Polizei nichts unternimmt.

„Wir sind informiert“, sagt der Leiter der Polizeiwache Meschede Rudolf Figgen im Gespräch mit unserer Zeitung „und wir haben die Raser im Blick. Die aktuellen nächtlichen Kontrollen haben aber ergeben, dass zumindest die Abgasanlagen der angehaltenen und überprüften Fahrzeuge vom TÜV abgenommen und eingetragen waren.“ Gerade der neue Innenstadtring – und da besonders der Kreisverkehr vor Honsel – werde von den Heizern gern als Beschleunigungsstrecke genutzt. Allerdings, so merkt Figgen an, wäre es hilfreich, wenn die Leute, die sich ärgern, dann auch mal direkt die Polizeiwache unter der Nummer 90 200 informieren. Denn das sei bisher nicht passiert. „Und wir schaffen es personell nicht, Facebook komplett zu überwachen.“ Dort nahm das Thema breiten Raum ein. Informiert worden seien die Polizeibeamten der Wache Meschede über das Problem erst im Nachhinein und im persönlichen Gespräch. Daraufhin seien die Kontrollen durchgeführt worden. „Wir können aber immer nur handeln, wenn wir die Heizer erwischen. Dafür brauchen wir aktuelle Informationen, am besten mit Kennzeichen.“

Nachts durch die Fußgängerzone

Dies gelte auch für die Fahrzeuge, die angeblich nachts durch die Fußgängerzone rasen. „Wenn unsere Funkstreifenwagen dort nachts patrouillieren, werden kaum Regelverstöße festgestellt.“

Erwischt die Polizei einen Raser, der sein Fahrzeug technisch manipuliert hat, können die Beamten das Fahrzeug sofort stilllegen, wenn technische Mängel die Verkehrssicherheit erheblich beeinträchtigen. Ansonsten habe der Fahrer sieben Tage Zeit, festgestellte Mängel zu beheben, erläutert der Erste Polizeihauptkommissar. Dass dieser dann möglicherweise die Zeit nutze, um die zugelassene Auspuffanlage wieder einzubauen, ist Figgen auch bewusst. Tagsüber fahre man deshalb mit so einem Fall dann auch gern mal direkt zum TÜV.

Das Problem mit zu lauten Motoren kennt die Polizei schon von der Überwachung der Motorradfahrer. „Da gibt es allerdings eine Gesetzeslücke“, weiß Figgen. Ist die hohe Dezibel-Zahl in die Papiere eingetragen, muss die Polizei den Krachschläger unter Umständen ziehen lassen. „Das ist ein Gesetzgebungsproblem, mit dem sich jetzt auch der EU-Abgeordnete Peter Liese beschäftigen will.“

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