„Ein bezahlbares Sportangebot vorhalten“

Thomas Alberts ist der neue Vorsitzende des SSV Meschede. Der 52 Jahre alte Betriebswirt (verheiratet, drei Kinder, gebürtiger Hohenlimburger) kam selbst als „Sport-Vater“ zur Vorstandsarbeit im größten heimischen Sportverein: Er fuhr seine Kinder zum Handball- und Basketballtraining, wurde dabei dann angesprochen, ob er sich nicht auch weitergehend engagieren wollte. Das tat er. Jetzt tritt er die Nachfolge von Winfried Stork an.

Frage: Wie steht der SSV da aus Sicht des neuen Vorsitzenden?

Thomas Alberts: Aktuell als ein gesunder Breitensportverein mit knapp 2000 Mitgliedern. Wir sind gut aufgestellt für die Zukunft und gut vernetzt, mit sehr guten Leistungen in den einzelnen Abteilungen. Der Verein ist sehr transparent geworden, sehr klar strukturiert. Wir haben unsere Finanzen klar im Blick. Als Betriebswirt kann ich nur sagen: Der SSV hat eine solide, vernünftige Basis.

In der Judo-Abteilung hakt es ein wenig...

Ja, mangels Mitgliedern in der Abteilung. Wir überlegen, ob wir nicht auch andere Kampfsportarten dazubekommen. Das ist aber unser Problem, wie in allen Vereinen: Uns fehlen die Trainer.

Die Kinder kommen heute immer später aus der Schule. Hat sich der SSV auf solche Veränderungen schon einstellen können?

Wir arbeiten daran. Wir überlegen intensiv, was wir noch anders machen können. Der SSV hat eine junge Frau im Bundesfreiwilligendienst, die schon in den Kindergärten und Grundschulen unterwegs ist und Bewegungsangebote anbietet. Die Idee ist, Kinder weiter an den Sport heranzuführen.

Stimmen die Rahmenbedingungen für den Sport in Meschede?

Grundsätzlich ja. Im einzelnen hakt es in der Verfügbarkeit der Turnhallen: Eine wurde geschlossen, eine wird gerade renoviert. Da fehlen dann Kapazitäten. Auf der anderen Seite entwickelt die Stadt gerade ihr Sportentwicklungskonzept. Das müssen wir abwarten und gemeinsam mit der Stadt und dem Stadtsportverband überlegen, wie der Sport in der Zukunft gestaltet werden kann – unabhängig von den alleinigen Interessen des SSV. Das muss ein Gesamtpaket sein.

Wo wollen Sie Akzente setzen?

Ich möchte die Mitgliederzahlen stabil halten und ein bezahlbares Sportangebot vorhalten. Vielleicht sollten wir als SSV auch mal über die Abteilungen hin­ausgucken und schauen, ob wir nicht noch Trendsportarten mit aufnehmen – auch wenn das Interesse an diesen Trends womöglich nur kurzfristig anhält. Was wir auf jeden Fall brauchen, das sind zusätzliche Übungsleiter. Da müssen wir sehen, dass wir Jugendliche dafür heranführen. Was ich gerne möchte, ist eine Kooperation mit der Fachhochschule, damit mehr Studenten aktiv werden. Dann vielleicht auch als Übungsleiter und Trainer.