Eigentümer entscheiden

Die Einbauten in der Fußgängerzone sollen bei einer Umgestaltung verschwinden.
Die Einbauten in der Fußgängerzone sollen bei einer Umgestaltung verschwinden.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Eine Million Euro soll der Umbau der Fußgängerzone in Meschede kosten. Die Entscheidung liegt bei den Anliegern: Sind sie bereit, Geld auszugeben?

Meschede..  Jetzt haben es die Grundstückseigentümer entlang der Ruhrstraße in der Hand: Sind sie bereit, für die Umgestaltung der Fußgängerzone Geld auszugeben? Die Kosten für den Umbau werden auf eine Million Euro beziffert. Auf jeden Eigentümer kämen anteilig rund 19 000 Euro zu. Wird es ihnen dieses Geld wert sein?

Ein erstes Treffen zwischen Verwaltung und rund 40 Eigentümern endete verhalten positiv – es gab zumindest keine sofortige vehemente Ablehnung. Die Vorschläge der Verwaltung müssen jetzt erst einmal sacken. Was fehle, so Bürgermeister Uli Hess, sei eine Verflechtung zwischen den abgeschlossenen Projekten an Henne und Ruhr mit der Innenstadt. Die Verflechtung endet bislang am Stadtmodell eingangs der Fußgängerzone. Die Stadt kann sich eine Verbesserung nur wünschen. Selbst durchsetzen kann sie diese nicht, finanzieren schon gar nicht: Die bestehende Zone ist erst 26 Jahre alt – sie ist nicht kaputt, nur nicht mehr zeitgemäß. Hess ermutigte die Eigentümer dazu, sich freiwillig zu engagieren: Dann würde gar nicht erst weiterer Leerstand entstehen – „mit einer vernünftigen Fußgängerzone wären wir auf der Höhe der Zeit.“

Bestandsaufnahme, Pläne

Planer Michael Klauke hat aus fachlicher Sicht die Fußgängerzone begutachtet – sein Urteil: Unübersichtlich, dunkel, unbequeme Laufwege, eine „Berg- und Talbahn“ mit 4 bis 6 Prozent Gefälle entlang der Schaufenster, zu viele Einbauten, „ein wenig attraktives Erscheinungsbild“, allein 81 Lichtschächte am Weg, zu groß gewordene Bäume, veraltete Beleuchtung. Bei einer Umgestaltung würde das graue Pflaster von Ruhr und Henne auch hier verbaut, es gäbe barrierefrei ein einheitliches Höhen-Niveau, eine moderne Beleuchtung, Bäume mit kleinen Kronen, die Einbauten kommen weg. Alles wird großzügiger, freier.

5800 Quadratmeter sanieren

Renoviert werden soll die Fußgängerzone auf 5800 Quadratmetern an der Ruhrstraße, im Rebell, rund um den Kaiser-Otto-Platz, bis zur Gutenbergstraße. Das Stück zwischen Kaiser-Otto-Platz und Kreuzung Wieme/Steinstraße ist erst einmal außen vor: Hier sollen die Pläne der Kirche für ihr neues Pfarrzentrum abgewartet werden. Außen vor ist auch die Von-Stephan-Straße, weil diese der jüngste Teil der Fußgängerzone ist – würden es die Anlieger wünschen, könnten sie aber mitmachen.

Ohnehin neue Leitungen

Es wäre eine komplizierte Baustelle: Bei einer Bauzeit von zwölf Monaten müssen immer alle Ladenlokale erreichbar sein. Der Clou: Hochsauerlandwasser und Ruhrverband müssen ohnehin bald Wasserleitungen und Kanäle in der Ruhrstraße erneuern. Die Gelegenheit ist günstig, es gäbe Synergien.

Die Kosten

1,03 Millionen Euro soll die Baustelle kosten: 103 000 Euro würden die Wasserversorger zahlen, 150 000 Euro die Stadt für die Beleuchtung und die Entwässerung, aber 731 000 Euro müssten die Anlieger übernehmen. Das Geld könnte von der Steuer abgesetzt werden. Die Stadt empfiehlt zur Abwicklung die Gründung einer so genannten „Immobilien- und Standortgemeinschaft“.

Dieser Zweckgemeinschaft könnten alle Eigentümer, Gewerbetreibenden und Interessierten beitreten, sie würde das Geld vorher einsammeln, eine Satzung bei der Stadt beantragen und über die Gestaltung der Fußgängerzone entscheiden. Würde mehr als ein Drittel der Berechtigten in dem Plangebiet der Satzung widersprechen, käme sie nicht zustande.