Durch viele Höhen und Tiefen geschunkelt

Foto: AKC
Was wir bereits wissen
Der Andreasberger Karnevalsclub fiebert seiner Prunksitzung entgegen. Das tut er eigentlich jedes Jahr. Doch die aktuelle Session ist für die Jecken des Ortes eine ganz besondere. Denn: Der AKC wird 40 Jahre alt.

Andreasberg..  Der Andreasberger Karnevalsclub fiebert seiner Prunksitzung entgegen. Das tut er eigentlich jedes Jahr. Doch die aktuelle Session ist für die Jecken des Ortes eine ganz besondere. Denn: Der AKC wird 40 Jahre alt.

Es ist das Jahr 1975, als der AKC als Unterabteilung der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft ins Leben gerufen wird. Jeck war das Dorf aber auch vorher schon. Jahrelang fanden im Gasthof Dransfeld am Rosenmontag die legendären Onkel-Sitzungen statt - bis dort schließlich die Idee geboren wird, alles noch ein bisschen größer aufzuziehen.

Und so marschiert im Jahr 1975 Prinz Erhard I. (Faber) als erster Prinz des Dorfes unter dem Jubel der Besucher in eine gut gefüllte Schützenhalle ein. Erster Präsident des AKC war damals Hans-Hubert Diehl.

Heute steht Bodo Drescher an der Spitze der Karnevalisten. Er war damals 14 Jahre alt und selbst Bestandteil des Programms. „Ich habe Vitus und Jüppe mit dem Akkordeon begleitet“, erinnert er sich und hat direkt ein Foto von damals parat. Das sei schon eine schöne Zeit gewesen, eine ganz andere Zeit, sagt Drescher. „Wir hatten noch keine richtige Anlage und es war alles nicht so straff durchorganisiert wie heute“, erinnert er sich.

Knapp 50 Mitglieder engagieren sich inzwischen beim AKC. Während in vielen anderen Dörfern den
Karnevalisten nach und nach die Puste ausgegangen ist, halten die Andreasberger tapfer durch. Mit rund 350 Besuchern sei die Prunksitzung jedes Jahr gut besucht, sagt Drescher.

Sonderpreis im Jahr 2005

Aus der ersten Tanzgruppe von einst, sind inzwischen vier Gruppen geworden. So gibt es die „Wilden Hühner“, die Chaos-Queens“ die „Star-Girls“ und die Tanzgarde als Schmuckstück des AKC und offizielle Begleitung des Prinzen. Zudem gibt es das Männerballett „Chippydales“.

Zwei Mal hat der AKC bereits das Kreispokalturnier im karnevalistischen Show- und Gardetanz ausgerichtet. 2004 wurden die Andreasberger „Fire-Girls“ sogar Vize-Kreispokalsieger im Showtanz der Senioren. Außerdem hat der AKC 2005 beim damaligen Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ einen Sonderpreis für seine Jugendarbeit erhalten.

Es läuft also im Dorf - obwohl es auch in Andreasberg immer schwieriger wird, neue Mädchen als Tänzerinnen zu gewinnen. „Das liegt aber nicht daran, dass die Mädchen keine Lust haben, sondern schlicht und ergreifend daran, dass es im Dorf zunehmend an Nachwuchs fehlt“, sagt Drescher.

Weit unproblematischer sei es hingegen, Jahr für Jahr einen neuen Prinzen zu finden. „Da muss man die Leute meistens nicht lange bitten“, freut sich der Vorsitzende. Einmal hat es sogar eine Prinzessin in Andreasberg gegeben - in der Session 2011/2012 regierte Silvya Doetsch die Jecken.

Das große Geheimnis

Wer diesmal als neuer Regent bei der Prunksitzung am 31. Januar in die Halle einmarschieren wird? Bodo Drescher muss schmunzeln. „Das wird nicht verraten“, sagt er. Schließlich sei der Name im Moment das wohl best gehütete Geheimnis im Ort. Auch zum Programm der Sitzung will Drescher noch nicht viel vorweg nehmen. Nur so viel verrät er: „Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.“ Neben Tänzen werde es Büttenreden, Wortbeiträge und jede Menge Musik geben. Teile des kurzweiligen Programms werden natürlich im Zeichen des Jubiläums stehen. So wird es anlässlich des 40-Jährigen diesmal auch wieder eine Band in der Halle geben. Spielen werden „Die Schröders“ aus Medebach.

„Wir sind nicht tot zu kriegen“

„Dieses Jahr ist für uns einfach etwas ganz Besonderes“, sagt Drescher. Und es werde ganz sicher nicht das letzte sein. „Der AKC hat in 40 Jahren viele Höhen und Tiefen erlebt. Dabei haben wir schon mehrfach bewiesen, dass wir einfach nicht tot zu kriegen sind“, sagt der Vorsitzende und lacht.

Hans-Hubert Diehl war von 1975 bis 1995 Vorsitzender des AKC. Danach folgten Otto Koetje (1996 bis 2000), Bodo Drescher (2001 bis 2007) und Claudio Tamilia (2008 bis 2011). Seit 2012 ist Bodo Drescher erneut Vorsitzender des AKC.

Alle Mädchen ab dem ersten Schuljahr sind herzlich eingeladen, in einer der AKC-Tanzgruppe mitzuwirken. Willkommen sind dabei keineswegs nur junge Damen aus Andreasberg. Bereits jetzt sind Mädchen aus der Nachbarschaft beim AKC aktiv. Trainiert wird einmal in der Woche, kurz vor Karneval auch zweimal.

Wer Interesse hat, kann sich direkt an Bodo Drescher wenden. Entweder telefonisch unter 02905/80005 oder per Mail an bodo.drescher@t-online.de.

Die Prunksitzung beginnt am Samstag, 31. Januar, um 19.11 Uhr in der Andreasberger Schützenhalle. Einlass ist um 18 Uhr.