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Ich studiere in Santiago de Compostela

26.01.2010 | 18:37 Uhr

Mein Name ist Benedikt Hamich und ich habe die ersten 21 Jahre meines Lebens in Meschede verbracht. Nach Abitur und Zivildienst begann ich ein Studium an der Universität Trier. Jedoch lebe und studiere ich derzeit am Ende des Jakobswegs, in Santiago de Compostela in Spanien.

Warum ich nach Santiago de Compostela gegangen bin? Es stand für mich schon vor Beginn meines Studiums fest, dass ich gern ein Jahr im Ausland verbringen wollte. Da ich im Rahmen meines Studiums Spanisch gelernt hatte, war Spanien die erste Wahl. Für Santiago war neben anderen Faktoren schließlich ausschlaggebend, dass meine Universität gute Beziehungen zur hiesigen Hochschule unterhält.

Was ist mir zuerst aufgefallen? Hier regnet es mindestens genau so oft wie im Sauerland. Santiago liegt in Galizien und das ist die regenreichste Region Spaniens. Menschen sprechen hier untereinander Galizisch und kein Spanisch. Außerdem legen sie sehr viel Wert sich von der spanischen Kultur abzugrenzen. Auffällig sind auch die Jakobswegpilger, die mit ihrer Wanderkleidung einen Kontrast zu den stets modisch gekleideten Spaniern bilden.

Was vermisse ich? Gerade wenn man in einem anderen Land ist, vermisst man seine Freunde und seine Familie besonders. Aber durch das Internet ist der Kontakt einfach und ich weiß auch, dass die Trennung nur zeitlich begrenzt ist.

Was finde ich hier besser? Fast alles. Die Spanier sind im Alltag wesentlich entspannter als die Deutschen. Im Supermarkt lassen sich die Kassiererinnen beispielweise für unsere Verhältnisse ewig Zeit. Aber ein Spanier würde niemals auf die Idee kommen, sich daran zu stören. Dadurch, dass in Spanien nachmittags Siesta gehalten wird, ist abends auch viel länger Leben in den Straßen. Und es ist hier natürlich wärmer und es wird im Winter wesentlich später dunkel.

Wie stehe ich zu spanischen Lebensmitteln? Mir ergeht es wie vermutlich den meisten Deutschen im Ausland. Ich vermisse das deutsche Brot. Wenn man jeden Tag nur Weißbrot isst, kann man es irgendwann nicht mehr sehen. Und um gekochte Krake, was eine galizische Spezialität ist, habe ich bisher auch einen großen Bogen gemacht.

Silke Brickwedde

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