"Heute weder Hamlet"
24.09.2008 | 15:02 Uhr 2008-09-24T15:02:00+0200Druckreif rät: Lasst den Fernseher aus und geht ins Theater! Auftritte wie das Ein-Personen-Stück in der Aula des Schulzentrums Schmallenberg mit Michael Oenicke sind absolut empfehlenswert. In „Heute weder Hamlet” von Rainer Lewandrowski begeisterte er als Ingo Sassmann sein Publikum.
Die Hamlet-Parodie dreht sich um eine einzige Figur: Ingo Sassmann, ein gelernter Schauspieler. Er spielte mehrmals in „Hamlet - Prinz von Dänemark” von William Shakespeare mit. Genau dieses Stück, das Sassmanns Leben mehrmals umgekrempelt hat, solle nun eigentlich gespielt werden - das wird zumindest dem Zuschauer vorgegaukelt. Der Hauptdarsteller habe sich jedoch ein Bein gebrochen, deshalb müsse die Vorstellung ausfallen. Dann tritt Michael Oenicke, alias Ingo Sassmann auf die Bühne. Anfangs ist er entsetzt darüber, dass er nicht allein ist. Schließlich solle er nur die restlichen Requisiten abbauen. Nach einem zögerlichen Anfang, beginnt er aus seinem Leben zu erzählen. Das Publikum wird in die Welt des Theaters eingeweiht. Sassmann war nämlich früher ein erfolgreicher Schauspieler, der durch einige Schicksalsschläge nun sein Dasein als Vorhangzieher fristen muss. Aber das Theater hat ihn nicht losgelassen. Er berichtet von den Allüren der Schauspieler und einigen seltsamen Szenen berühmter Theaterstücke. Hier wirkt das Stück noch wie eine Komödie, weil Sassmann seine ehemaligen Kollegen durch den Kakao zieht. Später wird das Stück sehr ernst: Sassmann erzählt von seiner großen Liebe und vergleicht sein Leben immer wieder mit dem Stück „Hamlet”. Seine Frau Rebecca sei wie die Selbstmord begehenden Ophelia. Das Stück ist sehr gelungen und sehr gut dargestellt worden. Das Publikum war begeistert und applaudierte oft während und nach der Vorstellung. Wenn jemand die Möglichkeit bekommt, das Stück in dieser Form der Inszenierung zu sehen, soll er diese nutzen. Es war gelungen. Druckreif rät: Fernseher aus und ab ins Theater.
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