Drei Raubüberfälle innerhalb von drei Stunden

Meschede..  Drei Raubüberfälle in drei Stunden. In Meschede hat sich am Sonntagabend eine Serie der Gewalt ereignet. Die Polizei schließt nicht aus, dass die Taten zusammenhängen. Die Ermittlungen laufen. Zugleich warnt Polizei-Pressesprecher Ludger Rath vor Panik: „Jeder Überfall ist schlimm. Aber statistisch gesehen lässt es sich in Meschede sicher leben.“

Fall eins: am Bahnhof

Der erste Einsatz für die Polizei beginnt am Bahnhof: Gegen 18.45 Uhr schlendern zwei 15 und 17 Jahre Jugendliche durch die Unterführung. Plötzlich nähern sich drei Unbekannte. Einer hält den 15-Jährigen fest und fordert Beute. Er lehnt ab und bekommt dafür einen Schlag ins Gesicht. Dann kann er sich losreißen und weglaufen.

Zuvor war bereits sein 17 Jahre alte Begleiter geflüchtet. Zwei der Unbekannten rannten ihm hinterher und riefen ihm nach. Sie konnten ihn aber nicht mehr einholen. Letztlich flüchten alle drei Täter ohne Beute. Es gibt eine Beschreibung, die auch zu den folgenden zwei Raubüberfällen passen könnte, aber sich doch etwas unterscheidet: Die Unbekannten sollen zwischen 17 und 20 Jahren alt sein. Sie sollen alle etwa 170 Zentimeter groß sein und ein südländisches Erscheinungsbild haben. Einer der Täter trug eine dunkle Jacke. Einer hatte einen Vollbart. Ein weiterer sprach Deutsch mit Akzent.

Fall zwei: Hünenburgstraße

Zwei Seniorinnen sind die nächsten Opfer an diesem Abend. Die 79- und die 87-Jährige sind auf einem Spaziergang auf der Hünenburgstraße unterwegs. Sie kommen aus Richtung Lagerstraße und wollen in Richtung Burgwall. Um 19 Uhr, als sich die Frauen sich etwa auf Höhe der Hünenburgstraße 1 befinden, nähern sich die Täter von hinten. Sie kommen aus der Lagerstraße. Die Seniorinnen machen noch höflich Platz, da überholen die Männer die Frauen rechts und links und entreißen ihnen dabei die Handtaschen.

Viel schlimmer als der Verlust des Inhalts: Die 87-Jährige kommt zu Fall und verletzte sich schwer. Sie erleidet Brüche und wird ins St.-Walburga-Krankenhaus eingeliefert. Die Täter rennen mit ihrer Beute, einem geringen Betrag von wenigen Euro, wieder zurück in Richtung Lagerstraße.

Die beiden Damen können die Täter nicht genau beschreiben, da sie von hinten zuschlugen. Alle drei sollen zwischen 15 und 30 Jahre alt sein und waren bei einer vermutlichen Körpergröße von etwa 175 Zentimeter dunkel gekleidet.

Fall drei: Warsteiner Straße

Der dritte Fall, zweieinhalb Stunden später. Gehört er zu dieser Serie? Die Polizei will es nicht ausschließen. Sie kann sich aber auch vorstellen, dass hier zufällig eine weitere Bande angerückt war. „Das kann auch Zufall sein – muss es aber nicht“, sagt Polizei-Sprecher Ludger Rath.

Es ist 21.40 Uhr: Ein 48 Jahre alte Mitarbeiter füllt in der Tankstelle an der Warsteiner Straße/Jahnstraße die Regale nach, als zwei Täter den Kassenraum betreten. Einer bedroht den Tankwart mit einer Schusswaffe. Er zwingt ihn, den Tresor zu öffnen. Daraufhin packt der zweite Mann das entnommene Geld in eine weiße Plastiktüte. Anschließend muss der 48-Jährige auch noch die Kasse öffnen. Auch das Bargeld wird in die weiße Tüte gesteckt. Danach verlassen beide Täter den Verkaufsraum. Gemeinsam mit einem dritten Mann, der vor dem Shop gestanden und den beiden anderen Männern den Rücken freigehalten hat, rennen die Unbekannten in Richtung Jahnstraße weg.

Zur Höhe der Beute kann die Polizei noch keine konkreten Angaben machen. Die beiden Täter, die sich in dem Tankstellenshop befunden haben, werden so beschrieben: 1. Person: zwischen 25 und 30 Jahre alt, ungefähr 170 Zentimeter groß, schlanke Figur mit Drei-Tage-Bart. Der Mann sprach gebrochen Deutsch. Er trug eine schwarze Jacke, eine graue Wollmütze, einen schwarzen Schal, schwarze Handschuhe und eine dunkelblaue Jeanshose. Der Mann hatte ein schwarze Pistole bei sich. 2. Person: ebenfalls zwischen 25 und 30 Jahre alt, etwas kleiner als die erste Person und mit einer stabil Figur. Er war bekleidet mit einer schwarzen Jacke, einem schwarzen Schal, einer schwarzen Wollmütze, schwarzen Handschuhen und einer Jeans mit auffällig hellen Nähten. Beide trugen Schals vor dem Gesicht. Von dem dritten Täter liegt noch keine Beschreibung vor.

Die Polizei löst eine sofortige Fahndung aus. Von den Tätern fehlt aber jede Spur. Es ist bislang ungeklärt, ob sie ihre Flucht zum Beispiel mit einem Pkw fortsetzten oder weiter zu Fuß unterwegs waren.

Allerdings sah ein Zeuge, wie wenige Augenblicke nach dem Raub von einem Parkplatz zu Beginn der Jahnstraße ein Auto in Richtung Eversberg wegfuhr. Ob sich in diesem Pkw die drei Räuber befanden, ist unklar.