Döner-Spende macht Bestwiger Grill-Chef zum Helden

Hüseyin Yusuf in seiner Dönerbude in Bestwig. Die Gratis-Aktion für Arme hat ihn berühmt gemacht.
Hüseyin Yusuf in seiner Dönerbude in Bestwig. Die Gratis-Aktion für Arme hat ihn berühmt gemacht.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der Dönergrill-Chef Hüseyin Yusuf aus Bestwig verschenkt Döner an mittellose Menschen. Seine Aktion löste einen gewaltigen Medienrummel aus. Der hat sich inzwischen gelegt. Ein Interview mit dem "Döner-Mann".

Bestwig.. Der große Medienrummel hat sich gelegt, das Engagement für die Bedürftigen geht weiter: Zwei Monate ist es jetzt her, als Hüseyin Yusuf in seinem Bestwiger Dönergrill Haci Baba per Aushang bekannt gegeben hat, Döner an Menschen ohne Geld zu verschenken. Seine Großherzigkeit hat ihm zuletzt sogar einen Auftritt in einer großen Freitagabend-Show beschert - zur besten Sendezeit.

Herr Yusuf, der Medienansturm nach Bekanntwerden der Aktion war enorm. Wer hat sich alles bei Ihnen gemeldet?
Dönergrill Hüseyin Yusuf: Bei uns im Laden waren unter anderem Fernsehteams von RTL, Sat1 und dem WDR. Die meisten Anfragen kamen aber telefonisch - das ging von Hamburg bis Bayern. Hier haben sich in der ersten Woche Zeitungen, Radiosender und Internetportale aus ganz Deutschland gemeldet. Darunter war sogar eine Journalistin, die für ein amerikanisches Online-Magazin geschrieben hat. Über dem Artikel stand dann „The nicest Fastfood in Germany“. Ich habe irgendwann aufgehört, die Anrufe zu zählen. Inzwischen kommen aber nur noch vereinzelt Anfragen.

Was hat Sie am meisten beeindruckt?

Gut fand ich, dass Prominente wie zum Beispiel Daniel Aminati meinen Facebook-Eintrag geteilt haben. Und Ende April war ich in der RTL-Sendung Kayas Woche. Die haben mich als „Held der Woche“ eingeladen. Das war sicherlich das Außergewöhnlichste in dieser Zeit. Jetzt warte ich noch darauf, dass sich Stefan Raab meldet (lacht).

Sehen Sie sich denn selbst als Held?

Keineswegs. Wenn ich ehrlich bin, kann ich den ganzen Rummel gar nicht wirklich nachvollziehen. In meinen Augen mache ich nichts Außergewöhnliches. Mir geht es gut und ich gebe Menschen etwas ab, denen es nicht so gut geht. Das sollte eigentlich viel öfter auf der Welt geschehen. Ich habe ja auch vorher schon Döner an Bedürftige verschenkt. Der Rummel ging ja erst los, als ich das Foto von meinem Theken-Aushang bei Facebook gepostet habe. Damit habe ich niemals gerechnet.

Wie viele Bedürftige haben Ihr Angebot schon angenommen?

Seit dem Aushang haben wir hier insgesamt sieben Mal Essen verschenkt. Darunter war auch eine vierköpfige Familie. Einmal habe ich auch zwei Gratis-Dönerteller geliefert, weil die Frau, die sonst in Meschede zur Tafel geht, kein Auto hat. Das kann man sicherlich nicht immer machen, aber wenn es gerade passt, dann machen wir auch so etwas möglich.

Lassen denn viele Kunden anschreiben, die gerade knapp bei Kasse sind? Auch das hatten Sie ja angeboten.

Ja, diese Möglichkeit wird sehr häufig genutzt. Hier liegen inzwischen eine ganze Menge Zettel in der Schublade. Viele lassen seitdem sogar regelmäßig anschreiben. Deswegen haben wir dieses Angebot begrenzt, um am Ende den Überblick nicht zu verlieren. Wenn sich die Gesamtsumme der Zettel hinter der Theke auf 200 Euro beläuft, dann ziehen wir die Bremse.

Yusuf: "Es sind viele neue Gesichter hier im Laden"

Haben Sie denn auch schlechte Erfahrungen gemacht?

Bis jetzt nur in einem Fall. Deswegen möchte ich darauf auch gar nicht näher eingehen. Ich will nicht, dass wegen einer solch bislang einmaligen negativen Ausnahme, das Positive nach hinten gerückt wird.

Hat Ihnen der Medienrummel und die damit verbundene Werbung mehr Kunden beschert?

Ein bisschen hat es sich schon am Umsatz bemerkbar gemacht. Das ist aber wirklich nicht die Welt. Dafür sind jedoch viele neue Gesichter hier im Laden. Es kommen Leute sogar aus Arnsberg und Winterberg extra zu uns nach Bestwig - und die sind nicht auf der Durchreise, sondern steuern uns ganz gezielt an. Verrückt, oder?

Sprechen Sie Ihre Kunden noch häufig auf die Aktion an?

Dönergrill Ja, das passiert regelmäßig. Einige wollen uns sogar mit Geld unterstützen, um so zu zeigen, wie gut sie die Aktion finden. Das haben wir aber immer abgelehnt, weil wir nicht mit Spenden spenden möchten. Ich bin der Meinung, wenn ich etwas spende, dann darf es mir ruhig ein bisschen weh tun. Trotzdem freuen wir uns natürlich trotzdem über diese Reaktionen und sehen Sie als Lob und Anerkennung.

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?

Im Moment plane ich einen zweiten Laden im Umkreis. Wenn es am Ende klappt, sogar mehrere. Dafür fehlt im Moment zwar noch das nötige Kleingeld, aber vielleicht findet sich ja jemand, der mich finanziell unterstützen möchte - gegen eine prozentuale Gewinnbeteiligung natürlich. Die Pläne für den ersten neuen Laden sind schon relativ konkret. Für mich steht fest, dass ich mich auch dort für Bedürftige einsetzen möchte - aber anders als hier in Bestwig. Mehr möchte ich dazu noch nicht verraten. Nur soviel: Für das, was ich vorhabe, brauche ich ein bisschen Platz im Laden.