Diskussion um „ensible“

Festival der Kulturen in Bad Fredeburg
Festival der Kulturen in Bad Fredeburg
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Stadt Schmallenberg erkennt Verein als Träger freier Jugendhilfe an. Einige Politiker im Jugendhilfe-Ausschuss sind skeptisch.

Schmallenberg/Bad Fredeburg.. Der Bad Fredeburger Verein „ensible“ darf sich ab sofort als Träger der freien Jugendhilfe präsentieren. Diese Anerkennung hatte der Verein vor einigen Jahren schon einmal bekommen, nun hat er sie für zwei weitere Jahre beantragt. Doch dieses Mal schien die Zustimmung des Jugendhilfe-Ausschusses auf wackeligen Beinen zu stehen.

Einsatz für Jugendliche

„Uns geht es um lebendige Jugendkultur im ländlichen Raum“, erklärte Yao Houphouet, der Vorsitzende des Vereins. Er war eingeladen worden, den Mitgliedern des Jugendhilfe-Ausschusses seinen Verein vorzustellen.

„Wir wollen uns dafür einsetzen, dass im Raum Schmallenberg kein Jugendlicher zurückbleibt“, so Houphouet. Der Verein ist Stützpunkt für Jugendkultur, hat das Festival der Kulturen organisiert und bietet Social-Network-Trainings an Schulen an.

Kritische Nachfragen

Die Präsentation musste Houphouet halten, weil der erste Anlauf der Antragstellung gescheitert war. Zwar war ein dicker Stapel an Papieren im Rathaus eingereicht worden, es fehlten aber entscheidende Angaben.

Nun wollten die Politiker sich ein genaues Bild machen und nutzten die Gelegenheit für kritische Nachfragen. „Was macht der Verein denn eigentlich? Ich sehe kein Verhältnis zwischen dem Verwaltungsaufwand und dem, was tatsächlich in der Stadt sichtbar ist“, sagte Friedrich Freiherr von Weichs (CDU). Auch Mitglieder anderer Fraktionen äußerten ihren Eindruck, dass die Zahl der Veranstaltungen in den vergangenen Jahren zurückgegangen sei.

Das sei nur eine Frage der Wahrnehmung, entgegnete Houphouet. Die Aktivitäten des Vereins seien sogar gestiegen. Allerdings habe man sich dazu entschieden, Geld und Zeit nicht in erster Linie in Öffentlichkeitsarbeit zu investieren. „Wir haben uns entschieden, diese Ressourcen in die Arbeit mit den jungen Menschen zu stecken.“

Ungewöhnlich: Pause für Beratung

Da mit der Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe keine direkte Finanz-Spritze verbunden ist, stellte sich die Frage, was im Falle einer Ablehnung passieren würde. „Das wäre ein ganz klares Statement und ein Signal in Richtung Land, dass unser Verein nicht weiter gefördert werden sollte“, so Houphouet. Denn „ensible“ kooperiert auch mit dem Landesjugendamt.

Den Antrag bei der Stadt hatte zunächst die Verwaltung geprüft. „Es liegen uns als Verwaltung keine Informationen vor, die einen negativen Rückschluss auf die Leistungsfähigkeit des Vereins zulassen“, sagte Jugendamtsleiter Ludger Frisse. Es folgte ein seltener Vorgang im Ausschuss: Die Fraktionen baten um eine kurze Beratungspause. Anschließend stimmten sie dann doch für die Anerkennung von „ensible.