Dinge, die man dem Handel vorwerfen muss

Online-Handel und die Sorgen des Fachhandels..  Meiner Familie ist auch daran gelegen, dass der örtliche Handel bestehen bleibt und sich ein Besuch der Innenstadt noch lohnt. Ich setze es mit Ladendiebstahl gleich, wenn sich jemand im örtlichen Handel beraten lässt und dann das Produkt seiner Wahl im Internet bestellt. Aber es gibt auch Dinge, die man dem örtlichen Handel vorwerfen muss. Dazu drei Beispiele aus dem letzten Jahr.


1.Kauf eines hochwertigen Rimowa-Koffers im örtlichen Fachhandel an einem Montag. Koffer nicht vorrätig; auf die Frage nach der Lieferzeit die Antwort: „Die Bestellung geht bei uns am Freitag raus, und sie müssen dann noch ca. 14 Tage bis drei Wochen rechnen, bis der Koffer eintrifft.“ Die Bestellung dieses Koffers über das Internet ging am Mittag dieses Tages bei uns raus und der Koffer wurde am übernächsten Tag von DPD angeliefert.


2. Kauf eines Kinderlaufrades als Weihnachtsgeschenk im örtlichen Spielwarengeschäft. Am Montag Nachfrage und Besichtigung des Rades mit der Feststellung, dass der Vorderreifen ohne Luft war. Am Freitag Besuch mit der Enkelin, um festzustellen, ob das Rad für die Größe des Kindes geeignet ist. Der Vorderreifen immer noch nicht aufgepumpt. Die Verkäuferin darüber informiert und ihr mitgeteilt, dass ich dieses Rad kaufen und am Nachmittag abholen will. Am Nachmittag war der Reifen immer noch platt, und ich habe mich wegen dem großen Andrang an der Kasse bereiterklärt, diesen Reifen selbst aufzupumpen. Nachdem ich den Reifen zu Hause schwitzend aufgepumpt hatte, wurde das Rad zunächst in einen Schrank gestellt. Kurz vor Weihnachten war der Reifen wieder ohne Luftdruck. Ein Ersatzrad konnte man mir nicht anbieten und es blieb nur die Rückgabe gegen den Verkaufspreis. In diesem Fall habe ich das passende Rad in einer Nachbarstadt bekommen.


3. Kauf von einem Paar hochwertiger Wanderschuhe im örtlichen Sportgeschäft durch meinen Sohn. Es fehlten im Angebot vier Schuhgrößen (auch seine Größe). Man sagte ihm, dass eine Bestellung unterwegs wär, die man in drei Wochen erwarte. Nach Ablauf dieser Zeit ein erneuter Besuch mit der Feststellung, dass nun zwar die Größe vorrätig war aber nicht die Wunschfarbe. Es wurde in Aussicht gestellt, dass die nächste Lieferung in weiteren vier bis fünf Wochen eintrifft und man diese Farbe mit bestellen könne.


Unsere Bestellung im Internet erfolgte noch am gleichen Tag und die Schuhe wurden zwei Tage später zu einem Preis angeliefert, der noch 25 Euro unter dem Ladenpreis lag.


Fazit: Man bekommt leider den Eindruck, dass viele Händler noch gar nicht mitbekommen haben , dass wir nicht mehr in der Zeit leben, wo die Menschen, die Waren im Versandhandel bestellt haben mit freudiger Erregung vier bis fünf Wochen warten mussten, bis ihnen die Post die Ware zugestellt hat.


Franz Josef Köster, Meschede