Die zarten Seiten des „Sheriffs Fuzzy“

„Sheriff Fuzzy“, alias Mario Tränkler, wird nicht nur von den Besuchern des Freizeitparks verehrt. Auch die Lamas kriegen nicht genug von ihm.Fotos:Felix Schröder
„Sheriff Fuzzy“, alias Mario Tränkler, wird nicht nur von den Besuchern des Freizeitparks verehrt. Auch die Lamas kriegen nicht genug von ihm.Fotos:Felix Schröder
Was wir bereits wissen
Sheriff Fuzzy ist ein Unikat - das beweist er auch bei seiner Arbeit im Fort Fun in Bestwig-Wasserfaall. „Ich muss mich nicht verstellen“, sagt er. „Ich bin wirklich so.“

Wasserfall..  Acht Uhr morgens ist der Park Fort Fun buchstäblich leergefegt. Der Haupteingang ist verwaist, kein lautes Kinderkreischen, sondern ausschließlich Vögelgezwitscher. Die Mitarbeiter sind aber bereits in der Ruhe-vor-dem-Sturm-Phase.

Und da kommt er. Sein lautes Lachen ist unverwechselbar. Sheriff Fuzzy schlendert durch die Tür und trägt seinen oliv-grünen Sheriff-Hut. Ein texanisches „Howdy“ kommt zwar nicht, aber wo der Sheriff auftaucht, da verbreitet er gute Laune.

Aus einer Artistendynastie

In seinem Personalausweis sucht man lange, wenn man den Sheriff--Titel erwartet. Dort findet man lediglich den Namen Mario Tränkler, der am 1. April 1960 in Marburg geboren ist. Kein Aprilscherz - der erste April sei es wirklich gewesen, sagt Tränkler. Passt aber irgendwie auch zu ihm.

Tränkler wuchs in einer „Artistendynastie“ auf. Er arbeitet seit Jahrzehnten für Freizeitparks - doch auch und seine Frau und die Söhne Gerome (34) und Aaron (24) gehören mittlerweile zum Fort-Fun-Inventar. „Meine beiden Jungs sind gleichzeitig meine größten Fans“, sagt er mit einem breiten Grinsen. „Die dürfen mich dreimal am Tag in den Shows verprügeln, doch am Ende gewinne ich trotzdem.“

In den Anfängen arbeitete Tränkler in einem großen Circus: „Als Kind wurde ich mit Popcorn und Schokoküssen bezahlt“, erzählt er. Mit der Zeit sah er jedoch seine Chance eher in den Freizeitparks: „In dem Geschäft musst du vorausschauend sein und viel experimentieren.“ Was in Fort Fun ankommt, müsse in anderen Parks nicht funktionieren.

Seit dieser Saison können Besucher im Freizeitpark die Tierwelt bestaunen. Zusammen mit Tränkler wurde die Idee konkretisiert. Mit seinen Söhnen kümmert er sich um Zwergzebus, Lamas, Esel, Kanadagänse und Nutrias (Sumpfbiber). Das Urgestein des Parks hatte schon immer mit Tieren zu tun. „Mit fünf Jahren bekam ich mein erstes Pony geschenkt“, erzählt er stolz.

Wo früher noch das Showset für die Tatonka-Show stand, steht heute der „Heilige Wald“. Dabei handelt es sich um einen Streichelzoo, in dem die „Indianerin“ Tala Takenya den Kindern die verschiedensten Tiere zeigt. Tränkler versichert, dass alle artgerecht gehalten würden.

Schafe mit bis zu sechs Hörnern

Ein lautes Schnattern der Gänse entsteht, als der Tierliebhaber den Schieberiegel des Gehegetors öffnet und seine Schützlinge begrüßt: „Hallo, ich bin hier! Bewegung!“ Wenig später deutet er mit seinem Finger auf die Jakobsschafe. „So etwas hast du noch nicht gesehen“, sagt er mit seinem unverkennbaren Lachen. Die Schafe haben bis zu sechs Hörner auf dem Kopf. Neben dem Füttern gehört das Reinigen der Ställe zu den Aufgaben - Tränkler und seine Söhne nennen es liebevoll „Abäppeln“.

Die ganze Familie ist laut und lebhaft. Gibt es bei den Tränklers eigentlich auch ruhige Tage? „Wenn wir krank sind, und das kommt selten vor“, sagt der 55-Jährige. Der älteste Sohn Gerome redet dazwischen: „Oder wenn die Schwiegermutter kommt.“ Alle lachen. „Wir sind wie wir sind“, sagt Tränkler, „das hat den Vorteil, dass wir uns für die Show nicht verstellen müssen“. Das sieht auch Pressesprecherin Christine Schütte: „Man merkt, dass die Familie ihr Artistendasein lebt.“, Zehn Jahre hatte „Sheriff Fuzzy“ andere Engagements. Seit 2014 ist er wieder in Wasserfall. „Die Besucher haben uns gefragt, wo Sheriff Fuzzy ist. Das war auch ein Grund, ihn zurückzuholen“, sagt Schütte.

Doch wieso ausgerechnet „Fuzzy“? Die Antwort überrascht nicht: „Die haben mich gefragt und ich habe Fuzzy gesagt - ein spontaner Einfall“, sagt Tränkler und grinst. Dann verabschiedet er sich. Um 10 Uhr muss er in Sheriff-Montur am Haupteingang stehen - die kreischenden Kinder warten.