„Die Kuh des kleines Mannes“

Meschede..  Eine Veröffentlichung sorgte Anfang der 50er-Jahre des letzten Jahrhunderts für einiges Aufsehen. Der Beitrag behandelte „Die Kuh des kleinen Mannes“, die Ziege.

Der Experte: „Ziegenmilch ist in ihrer Zusammensetzung der Kuhmilch ähnlich. Jedes Vorurteil wegen Geschmack und Güte der Milch sowie ihrer Erzeugnisse ist nur Einbildung.“ Die Durchschnittsleistung betrug laut Statistik im Jahr 1954 954 kg Milch mit einem Fettgehalt von 3,43 Prozent.

Auch die Fleischleistung sorgte für Erstaunen. Ziegenfell war ein begehrtes Ausgangsmaterial zur Herstellung feiner Lederhandschuhe. Leichte Damenschuhe, Handtaschen, Lederjacken und Ledermäntel sind auch heute noch etwas besonderes. Ziegenhaare waren üblich bei der Herstellung feiner Pinsel und Bürsten. Vor genau 65 Jahren hieß es weiter: „Die Züchter haben es noch lange nicht vergessen, dass es die Ziege war, die in verflossenen Jahren sehr oft die ärgsten Nöte von ihren Familien fern hielt. Der Futterbedarf ist nicht groß. Grünes an Wegen, Heu, Kartoffeln und Rüben werden von der Ziege ,veredelt’ und in Fleisch, Milch, Fett und Felle umgewandelt“.

Überall dort, wo eine Kuh nicht gehalten werden kann, wird eine Ziege immer noch satt. Eine alte Regel dazu: „Man soll eine Kuh nicht hungern lassen, wenn man zwei Ziegen gut ernähren kann“, hat da ihre Bedeutung behalten.

Archiv Bernd Schulte