Die günstigste Verbindung für ein Glasfasernetz

Frankfurt / Meschede..  Jens Wiggenbrock ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fachhochschule Südwestfalen und arbeitet aktuell am Thema „Ressourcenoptimierte Infrastrukturplanung“. Seine Forschungsarbeit zur Vorplanung des Glasfaser-Breitbandausbaus hat der Deutsche Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation zusammen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie auf der Veranstaltung „Future Convention“ in Frankfurt mit dem „Zukunftspreis Kommunikation“ ausgezeichnet.

Das Prinzip von Wiggenbrocks Arbeit versteht jeder, der schon einmal einen Routenplaner benutzt hat. Man gibt Start- und Zielort ein und das Programm berechnet die schnellste Verbindung, die Fahrzeit und auch die voraussichtlichen Kosten der Fahrt. Der gesamte Prozess dauert dabei nur wenige Augenblicke. Nur kalkuliert das von Wiggenbrock entwickelte System nicht eine Autofahrt von A nach B, sondern die kostenoptimale Verlegung eines komplexen Glasfasernetzes beispielsweise in einer Ortschaft.

„Das System holt sich hierfür Daten wie Straßenverläufe, Bebauung oder Bodenprofile aus verschiedenen Datenbeständen“, erklärt Wiggenbrock.

Die Geodaten werden dann mit Baukosten für Tiefbau, Leitungsverlegung und Hausanschlüsse verknüpft. Aus diesen Informationen berechnet das Programm binnen weniger Sekunden die kostengünstigste Route für die Verlegung von Glasfaserleitungen.

Wichtig ist diese schnelle Grobplanung unter anderem, wenn gerade Arbeiten an Straßen oder anderen Leitungssystemen wie Gas, Strom, Wasser oder Abwasser erfolgen. In diesem Fall können gezielt Leerrohre verlegt werden, die bei einem späteren Ausbau der Glasfaserverbindungen Kosten sparen. „Ein spannendes Thema“, findet Wiggenbrock, „hier kommen Bau- und Geoinformatik, Kommunikationstechnik sowie Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen zusammen“.