Die Geschichte eines mutigen Mädchens

Meschede..  Was machen normale weibliche Teenager in ihrem Alltag? Sie gehen ins Kino, treffen Freunde und haben die Pflicht, eine Schule zu besuchen. Die wenigsten setzen sich in dieser Zeit mit dem Recht auf Bildung auseinander, geschweige denn kämpfen sie dafür. Zur Schule zu gehen ist für uns schon so selbstverständlich, dass es niemand mehr schätzt, mathematische Formeln, Vokabeln oder Grammatik lernen zu dürfen, um später einen Job zu bekommen.

Angriff der Taliban

Malala Yousafzai ist anders. Sie lernt gerne, hat Spaß daran, eine Schule zu besuchen und kämpft dafür, dass dies für Mädchen in Pakistan erlaubt und damit zur Normalität wird. Diesen Kampf und ihren unersättlichen Wissensdurst hätte sie beinahe mit ihrem Leben bezahlt, nachdem der jungen Aktivistin von einem Taliban-Kämpfer in den Kopf geschossen wurde. Ihr Schicksal verbreitete sich auf der ganzen Welt. Malala überlebte, kämpfte sich wieder auf die Beine, protestiert und fordert nun lauter und mutiger als je zuvor.

Ihre Geschichte, angefangen von ihrer Geburt hat sie zusammen mit Christina Lamb in einem Buch festgehalten. „Ich bin Malala“ ist in fünf Teile gegliedert, in denen die junge Pakistanerin die Leser an dem Leben ihrer Vorfahren, der Vergangenheit ihrer Heimat und den Geschehnissen teilhaben lässt, durch die ihr Name auf der ganzen Welt bekannt wurde. Durch ihre Erzählungen lernt man die Personen kennen, die sie geprägt haben und durch die sie zu dem Menschen geworden ist, der sie nun ist. Dabei spielt vor allem ihr Vater eine bedeutende Rolle. Schon von klein an hat er seine Tochter gefördert und sie ermutigt, sich für die Rechte der Frau einzusetzen. Denn in Pakistan und den daran angrenzenden Gebieten herrscht keine Gleichberechtigung zwischen Mädchen und Jungen, wie in Europa oder anderen Teilen der westlichen Welt. Auch die Geschichte des Swat Tals bringt sie dem Leser näher und lässt ihn dadurch, in eine vorher unbekannte Welt und Kultur eintauchen.

Rede vor den Vereinten Nationen

Dass Malala beinahe durch einen Kopfschuss getötet wurde, ist den meisten Leuten bekannt, doch über das Buch sieht man dieses tragische Ereignis durch ihre eigenen Augen. Man bekommt außerdem einen Eindruck davon, wie sie sich im englischen Birmingham zurück ins Leben gekämpft hat und dort nun zusammen mit ihrer Familie wohnt. Weit weg von ihrer Heimat, ihren Freunden und ihrer Kultur, mit der sie aufgewachsen ist und mit der sie sich identifiziert. Dorthin zurück kann sie nicht mehr. Zu groß ist die Gefahr, dass sie erneut einem Anschlag ausgesetzt ist. Stattdessen beeindruckt sie die ganze Welt mit ihrer Rede vor den Vereinten Nationen, führt so vielen Menschen die bittere Wahrheit vor Augen und fordert Hilfe, dass endlich alle Kinder das Recht auf Bildung genießen dürfen, ohne Angst haben zu müssen, getötet zu werden.