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Diagnose Krebs verändert plötzlich alles

05.02.2012 | 15:44 Uhr
Diagnose Krebs verändert plötzlich alles
Birgit Schlabitz (53, rechts) und Jenny Brüggemann-Schnier (33) tauschen sich regelmäßig in der Selbsthilfegruppe Krebs in Meschede aus.

Meschede.  Vor knapp fünf Jahren erhielt Birgit Schlabitz die Diagnose Brustkrebs. Danach war nichts mehr, wie vorher. Heute engagiert sie sich in der Selbsthilfegruppe Krebs.

„Für mich brach eine Welt zusammen“, sagt Birgit Schlabitz. Das war vor knapp fünf Jahren, im Mai 2007. Damals bekam die 53-Jährige die Diagnose: Brustkrebs.

Es war an einem Frühlingstag im Mai, als Birgit Schlabitz abends beim Eincremen im Bad einen Knoten in der rechten Brust fühlte. „Zuerst dachte ich ‘Du hast dich wohl ein bisschen überarbeitet’.“ Zusammen mit ihrem Mann hatte Schlabitz an dem Tag ein Gartenhäuschen aufgebaut. „Erstmal habe ich mir keine Gedanken gemacht“, erinnert sie sich. „Aber dann habe ich doch meine Nachbarin gefragt, ob sie mal fühlen kann.“ Die Nachbarin spürte den Knoten auch. Birgit Schlabitz machte einen Termin bei ihrer Frauenärztin.

Die Ultraschall-Analyse zeigte Veränderungen in der Brust, es folgten eine Mammografie und weitere Untersuchungen. Als sich herausstellte, dass der Tumor bösartig war, war klar: Die Brust muss amputiert werden. „Meine Tochter war dabei, als ich die Diagnose bekommen habe“, sagt Schlabitz. „Ich dachte, ich würde keine Luft mehr kriegen und bin rausgelaufen.“

Danach ging alles ganz schnell. Eineinhalb Wochen später wurde ich operiert“, erinnert sich Birgit Schlabitz. „Ich wollte das so schnell wie möglich hinter mich bringen.“ Nach der OP musste die 53-Jährige ein Mal im Monat zur ambulanten Chemotherapie, acht Mal. Dabei bekam sie eine Infusion mit starken Medikamenten. „Mir war oft schlecht anschließend. Nach der ersten Sitzung fingen meine Haare an, auszufallen“, erzählt Schlabitz.

Warten, bis nach und nach alle Haare weg gewesen wären - das wollte sie nicht. „Ich habe meine Tochter gefragt, ob sie mir den Kopf rasieren würde“, erzählt Schlabitz. „Aber sie sagte: ‘Mama, das kann ich nicht’. Also hat mein Mann das gemacht.“ Weinend hätten sie im Badezimmer gestanden. „Danach konnte ich mich im Spiegel nicht mehr angucken“, sagt Birgit Schlabitz. „Ich habe ein schwarzes Tuch davor gehängt.“ Fortan trug sie eine Perücke, zu Hause ein Kopftuch.

Im April 2008 fuhr Schlabitz zur Reha nach Föhr. „Ich habe viele Spaziergänge am Meer gemacht“, sagt sie, „um den Kopf frei zu kriegen.“

Heute geht es Birgit Schlabitz wieder besser. Die Haare sind nachgewachsen; regelmäßig lässt sie sich untersuchen und nimmt Medikamente. In der schweren Zeit sei ihre Familie eine große Stütze gewesen, sagt Birgit Schlabitz. „Nach der Brust-Amputation hat mein Mann gesagt ‘Wir sind jetzt 30 Jahre verheiratet. Ich liebe dich so, wie du bist.’“

Selbsthilfegruppe
Austausch mit Betroffenen gibt Halt

Die Mitglieder treffen sich unter dem Motto „Gib dich nicht auf - komm und rede mit uns!“ „Wir machen auch Ausflüge zusammen oder laden Experten zu Vorträgen ein“, sagt Birgit Schlabitz. „Mit anderen Betroffenen kann man anders reden als mit der Familie“, sagt Jenny Brüggemann-Schnier. Die Gruppe kommt jeden zweiten und vierten Dienstag im Monat von 14 bis 17 Uhr im Jugendheim St. Walburga (Stiftsplatz) zusammen. Geplant ist, einen zweiten Termin für Betroffene mit Kindern einzurichten, die nachmittags keine Zeit haben. Weitere Info bei Birgit Schlabitz unter 0291/82776. (kkl)

Katharina Klöber

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