Der Umbau von Meschedes „Guter Stube“

Die Ruhrstraße aus der Luft - sie soll umgebaut werden.
Die Ruhrstraße aus der Luft - sie soll umgebaut werden.
Foto: www.blossey.eu
Ein Umbau der Fußgängerzone rückt näher. Denn zwischen den Hauseigentümern und der Stadt zeichnet sich ein Schulterschluss ab.

Meschede..  Ein Umbau der Fußgängerzone rückt näher. Denn zwischen den Hauseigentümern und der Stadt zeichnet sich ein Schulterschluss ab. Bürgermeister Uli Hess rechnet noch in diesem Jahr damit, dass sich eine Zweckgemeinschaft gründet, durch die dann ab 2016 eine Umgestaltung von Ruhrstraße und Rebell möglich würde.

Hinter den Kulissen werden schon in einem Arbeitskreis aus Eigentümern und Stadt die Details geklärt – „sehr konstruktiv“ verlaufe das, lobt der Bürgermeister. Ziel ist die Bildung einer so genannten „Immobilien- und Standortgemeinschaft“ ISG auf freiwilliger Basis: Über diese Zweckgemeinschaft würde quasi die Baustelle abgewickelt. Die Kosten des Umbaus müssen die Eigentümer aufbringen – durchschnittlich 15 000 bis 20 000 Euro für jeden. Meschede stehe in Einkaufs-Konkurrenz zu anderen Städten, sagt Bürgermeister Hess: Das hätten auch die Eigentümer erkannt – „wer nichts macht, an dem geht der Kunde vorbei“. Er sehe „eine große Bereitschaft“, die Fußgängerzone und damit die einzelnen Immobilien aufzuwerten.

Die Bestandsaufnahme

Selbst finanzieren kann die Stadt den Umbau nicht. Die Fußgängerzone, an der erst 1989 der Schluss-Stein gelegt wurde, ist ja nicht kaputt. Sie spricht nur nicht mehr an: „Darüber ist der Zeitgeist hinweg gegangen“, so Hess. Der Gang durch die Ruhrstraße gleiche mit ihrem unterschiedlichen Gefälle einer „Achterbahn“, stellt Michael Klauke fest, zuständiger technischer Sachbearbeiter in der Verwaltung. Die Einbauten und das Gestrüpp machen die Ruhrstraße unübersichtlich, der Bürgermeister bezeichnet sie selbst nur noch als „Hundeabkackplätze“.

Die Gestaltung

Wenn die Eigentümer einen Umbau bezahlen, dann bestimmen sie auch über die Gestaltung. Die Stadt hat dafür erste Vorschläge gemacht. Das graue Pflaster von der Umgestaltung an Henne und Ruhr würde sich künftig auch durch die Ruhrstraße ziehen. Die Einbauten verschwinden, einzelne Bäume würden gepflanzt. Die Fußgängerzone würde übersichtlicher, komplett barrierefrei mit einem einheitlichen Höhen-Niveau. Ein Detail: Uli Hess würde gerne den Brunnen „Kleines Welttheater“ mit seinen geschichtlichen Motiven vom Stiftsplatz zum Kaiser-Otto-Platz verlegen – das „Welttheater“ gehe am Stiftsplatz optisch etwas unter. Er könnte am Otto-Platz den jetzigen trostlosen Brunnen ersetzen: Denn der ist ohnehin aus Hygiene- und Sicherheitsgründen still gelegt.

Die Gegenleistungen

Die Umbaukosten ließen sich steuerlich absetzen. Kommt ein Umbau zustande, will sich die Stadt beteiligen: Sie würde die Planung übernehmen, außerdem die Kosten für Beleuchtung und die Straßenentwässerung. Ohnehin müssen in den nächsten Jahren die Wasserleitungen und Kanäle in der Ruhrstraße erneuert werden – ohne Umbau würde das jetzige Pflaster dann wieder eingebaut, mit Umbau würde direkt das neue verlegt. Das spart Kosten.

Die Stadt prüft derzeit auch, womöglich eine „Brötchentaste“ an den Parkautomaten anzubringen: Dann wäre für einige Minuten das Parken kostenlos. Außerdem könnte sie Einnahmen aussetzen, die sie aus Sondernutzungsgebühren für Außengastronomie erhält. „Brötchentaste“ und Gebühren wären eine mögliche Kompensation an die Mieter, falls die Eigentümer nach einem Umbau ihre Mieten erhöhen.

Das Gebiet

Ziel ist es, zunächst die Ruhrstraße umzubauen, dazu den Bereich Kaiser-Otto-Platz bis zum Bereich der Zeughausstraße bzw. auf der Gegenseite bis zum Stiftsplatz. Interesse an einem Umbau haben inzwischen auch Eigentümer am Rebell gezeigt – dort läuft viel Lieferverkehr her, das Pflaster klappert längst. Noch offen ist, ob ein Umbau auch auf die Steinstraße und den Von-Stephan-Platz in Frage kommt.