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Regionale-Projekt

Der Plan: Bei Anruf Bürgerbus

10.10.2012 | 17:55 Uhr
Der Plan: Bei Anruf Bürgerbus
Foto: Meike Baars

Schmallenberg . Das Auto abschaffen – das kann man vielleicht in Großstädten. Wer im Schmallenberger Sauerland von A nach B will, ist in der Regel aufs Auto angewiesen. Doch angesichts einer älter werdenden und schrumpfenden Gesellschaft kommen noch weitere Herausforderungen auf den Öffentlichen Personennahverkehr zu. Einigen will sich das Regionale Projekt „mobil4you“ annehmen. Es hat gerade den dritten Stern im Rahmen des Projektes Regionale Südwestfalen 2013 erhalten und damit grünes Licht für die Umsetzung. Dazu gehört der Ausbau des Schmallenberger Bürgerbus zu einem Anruf-Bürgerbus. Berthold Vogt, Leiter des Ordnungsamtes, weiß aber, dass die Arbeit jetzt erst anfängt.

Frage: Herr Vogt, könnten Sie mit dem Bus zur Arbeit fahren?

Berthold Vogt: Das mache ich hin und wieder, wenn zum Beispiel die Termine es erlauben. Die Verbindung von Grafschaft mit der S40 ist recht gut. Aber ich habe relativ viele Außentermine, und dann bin ich aufs Auto angewiesen.

Wie stellen sich denn insgesamt die Busverbindungen in Schmallenberg dar?

Berthold Vogt, Leiter des Ordnungsamtes.Foto: Peter Beil

Mit den überregionalen Schnellbusverbindungen zu den Bahnhöfen in Meschede und Altenhundem können wir unter der Woche zufrieden sein, hier besteht ein durchgängiger Stundentakt. Auch nach Winterberg fährt dann stündlich ein Bus. Was allerdings überhaupt nicht zufriedenstellend ist, ist das Angebot an den Wochenenden. Samstags und sonntags zum Beispiel hat man keine Chance noch einen späten Zug in Meschede und Lennestadt-Altenhundem zu erreichen oder von dort nach einem Wochenendausflug zurück ins Schmallenberger Sauerland zu kommen. Nach Meschede besteht sonntags z.Zt. gar keine Verbindung. Und die Erschließung der kleinen Täler ist überwiegend auf den Schülerverkehr ausgerichtet, d.h. am Morgen und zur Mittagszeit und eine Verbindung am Spätnachmittag oder frühen Abend.

Der Bürgerbusverein verfügt über einen Bus und 18 Fahrer. Was leistet er bisher, und was soll sich verändern?

Der Bürgerbus bindet bisher das Ilpetal und das Hawerland an. Sonst gäbe es im Ilpetal gar keinen und im Hawerland nur sehr eingeschränkten Busverkehr. Oft fährt er aber mit relativ wenigen Fahrgästen. Manchmal transportiert er auch nur warme Luft. Um die Auslastung zu verbessern, soll er im Rahmen des Regionale-Projektes zu einem Anruf-Bus umfunktioniert werden.

Welche Aufgabe hat da die Regionale-Förderung?

Um das logistisch bewerkstelligen zu können, brauchen wir zeitlich überlagerte Linien und eine Art Call-Center, das die Busfahrten koordiniert, d.h. wenn ein Fahrwunsch vorliegt, dass dann diese Linie gefahren wird. Natürlich kann es dann auch dazu kommen, dass Fahrwünsche nicht oder nur zu einem späteren Zeitpunkt bedient werden können, da bereits Fahrwünsche auf anderen Linien bestehen. Dabei sind wir auf die Zusammenarbeit mit den Busgesellschaften angewiesen. Vorstellbar ist, dass die Busse mit technischen Hilfsmitteln ausgestattet werden, die es dem Fahrer ermöglichen, eine Linie je nach Anforderung abzufahren. Aber wie die Details aussehen werden, wird erst Anfang November mit allen Beteiligten abgestimmt. Unser Ziel ist es aber, dass wir Mitte nächsten Jahres starten.

Was sind denn da die Vorteile für die Bürger?

Letztlich geht es darum, Kosten zu reduzieren und das ist immer auch ein Vorteil für die Bürger. Aber der Bürgerbus wird durch das Anruf-System ja auch flexibler. Möglicherweise ergeben sich auch freie Kapazitäten, die man dann in Zukunft für neue Strecken nutzen könnte.

Eine spontane Tour in die Stadt ist aber nicht möglich, da Bürgerbusse nur auf den von der Bezirksregierung genehmigten Linien fahren dürfen?

Es wird nicht so sein, dass man den Bus wie ein Taxi ordern kann. Was wir vom Bürger erwarten ist, dass er seine Fahrten plant. Aber dass man zum Einkaufen fährt, einen Arzt- oder Friseurtermin wahrnehmen will, das weiß man ja in der Regel auch schon am Vortag.

Ute Tolksdorf

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