Der Klimawandel ist im Sauerland angekommen

Klimawandel..  Parallel zum anthropogenen Klimawandel in fernen Ländern ist auch bei uns längst eine Entwicklung im Gange, die mit jener in südlichen Breiten immer mehr Ähnlichkeiten aufweist. So nehmen Starkregenereignisse, so genannte Jahrhundert-Niederschläge, auch in Deutschland ständig zu. Dennoch stagniert häufig die Gesamtniederschlagsmenge, oder sie geht sogar zurück. Da sich die Regenverteilung durch solche, meist nur lokal auftretenden Unwetter-Exzesse sowohl räumlich als auch zeitlich sehr divergent ausnimmt, führt dies dazu, dass auch die Abstände zwischen den sommerlichen Starkregen immer größer werden. Trockenperioden, nicht selten begleitet von extremer Hitze, sind also auf dem Vormarsch. Diese Situation wird sich in Zukunft weiter verschärfen.


Stand das Sauerland noch bis vor nicht allzu langer Zeit in dem Ruf, als mit dem begehrten Nass besonders gesegnet zu sein, haben sich mittlerweile auch hier wesentliche Veränderungen ergeben. Nicht nur, dass die Vegetationsperiode immer früher im Jahr beginnt und später endet. Es regnet tendenziell auch weniger, betroffen hiervon sind seit einigen Jahren vor allem die Frühjahrsmonate. Aus vergangener Zeit wissen wir, dass der allseits bekannte Landregen den Sommer hindurch stets ausreichend am Wettergeschehen beteiligt war. Und nur ein Landregen ist wegen seiner der Bodenaufnahmefähigkeit optimal angepassten Intensität in der Lage, eine nachhaltige Versorgung der Böden und des Grundwassers sicherzustellen.


Ohnehin haben jahrzehntelange Eingriffe in die Natur durch industrielle Landwirtschaft und hemmungslose Be- und Verbauung zur Verringerung der Wasserspeicherkapazität geführt. Das ist aber beileibe nicht nur ein Problem des Sauerlandes, sondern wird in ganz Deutschland beobachtet. Und noch ein Beispiel veranschaulicht die Dimension der in unserer Gegend messbar und spürbar gewordenen Klimaänderung: So stieg die Jahresmitteltemperatur bspw. in Arnsberg während des Zeitraums von 1980 bis 2010 um 1,1 Grad Celsius. Somit ist es auch hier deutlich wärmer geworden!
Karl J. Knoppik, Meschede