Damit Schwangere nicht allein bleiben

Meschede..  Mit einem neuen Angebot geht Donum Vitae in die Öffentlichkeit - neben der Schwangerschaftskonfliktberatung bietet die Beratungsstelle nun auch eine Beratung für Paare an, deren Kinderwunsch bisher unerfüllt blieb.

Die Bilanz für 2014: In dem Jahr führte Donum Vitae im Hochsauerlandkreis insgesamt 825 Gespräche zu den verschiedensten Themen rund um Schwangerschaft und Geburt. „Eine Schwangerschaft - ob gewünscht, geplant oder überraschend – verändert das Leben und wirft viele Fragen auf“, schreibt die Beratungsstelle in ihrer Pressemitteilung. „Damit müssen schwangere Frauen und Paare nicht alleine bleiben.“

Rechtliche und psychosoziale Fragen

In der Schwangerenberatung von Donum Vitae wünschten die meisten Ratsuchenden eine Unterstützung in rechtlichen, finanziellen und psychosozialen Fragestellungen. Oft ging es dabei um die Themen Mutterschutz, Elterngeld und -zeit, Unterhalt und Sorgerecht.

Aktuell erleben die Beraterinnen ein vermehrtes Interesse an den neuen Regelungen zum Elterngeld Plus, das ab dem 1. Juli beantragt werden kann. Im psychosozialen Bereich standen außerdem Partnerschaftskonflikte, Angst vor Überforderung, Krankheit und die neue Rolle als (alleinerziehende) Mutter im Mittelpunkt.

Die Beraterinnen begleiteten auch Frauen und Paare nach der Geburt im Rahmen der frühen Hilfen, auch zu Fragen von Verhütung und Familienplanung. Die Beratungsstelle in Arnsberg-Hüsten lädt in regelmäßigen Abständen Schwangere und junge Mütter zum Frühstück ein, um die Gelegenheit zu geben, andere Frauen in ähnlichen Lebenssituationen kennenzulernen und Erfahrungen auszutauschen.

In der Konfliktberatung stand vor allem die körperliche und psychische Verfassung der Ratsuchenden im Vordergrund. An zweiter Stelle erst wurden die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse genannt, gefolgt von familiären und partnerschaftlichen Konflikten. Besonders im zweiten Halbjahr durften die Beraterinnen häufig erleben, dass sich Frauen nach einer Beratung doch für ihr Kind entschieden haben. „Manchmal findet sich im Umfeld der Schwangeren dann eben doch wenigstens ein Mensch, der unterstützt und sich klar für das Kind ausspricht“, erläutern die Beraterinnen. „Ebenso wächst oft auch eine innere Überzeugung, dass der Abbruch keine Lösung ist, auch wenn das Leben mit Kind eine große Her­ausforderung darstellt.“

Während für einige Frauen und Paare eine Schwangerschaft ungeplant und vielleicht sogar ungewünscht ist, bleibt bei anderen der Kinderwunsch jahrelang unerfüllt. „Sich ein Kind zu wünschen und darauf lange warten zu müssen, dies kann für die Betroffenen eine starke psychische Belastung sein“, erläutern die Beraterinnen. Häufig werde der Kinderwunsch anderen gegenüber verheimlicht, da das Thema immer noch tabuisiert ist. „Wenn dazu noch eine aufwändige und auch nicht in jedem Fall erfolgreiche Behandlung hinzukommt, kann diese Situation ein ansonsten emotional stabiles Paar an den Rand der Belastungsfähigkeit bringen.“ In diesen Situationen ist psychosoziale Beratung eine wichtige Unterstützung.

Eine Beraterin hat eine entsprechende Fortbildung bei dem Beratungsnetzwerk „Kinderwunsch Deutschland BKiD“ abgeschlossen und wurde dort als zertifizierte Beraterin aufgenommen.

Im Rahmen der Sexualprävention wurden in insgesamt 141 Veranstaltungen Schüler unterschiedlichster Schulformen - dem Lehrplan und dem Alter der Schüler entsprechend - beraten und informiert. Interessierte Schulen sollten mindestens drei Monate Vorlaufzeit bei der Terminvergabe einplanen.