Chinesen erkunden Schmallenberger Kunsthaus

Künstlerin Xiaodan Chen hat gerade eine Ausstellung in Norwegen eröffnet, nun besichtigt sie gemeinsam mit Kuratorin Ting Zhang, Elisabeth Feldhaus vom Freundeskreis Alte Mühle, Kuratorin Wei Lin und
Künstlerin Xiaodan Chen hat gerade eine Ausstellung in Norwegen eröffnet, nun besichtigt sie gemeinsam mit Kuratorin Ting Zhang, Elisabeth Feldhaus vom Freundeskreis Alte Mühle, Kuratorin Wei Lin und
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der Austausch zwischen den Kulturen schafft neue Perspektiven in der „Alten Mühle“ – deren Name hat sich schon bis nach Shanghai herumgesprochen.

Schmallenberg..  Das Kunsthaus „Alte Mühle“ hat bei Qiwei Zhang einen bleibenden Eindruck hinterlassen: Rund ein Jahr, nachdem der Künstler hier selbst ausgestellt hat, ist er mit Kuratoren und Künstlern aus Shanghai zurück nach Schmallenberg gekommen. Zhang selbst lebt sowohl in Münster als auch in Shanghai und hält seit seiner Ausstellung engen Kontakt zum Freundeskreis des Kunsthauses Alte Mühle. Während die Gäste durch das historische Gebäude gehen, ist aus jedem zweiten der kleinen Ausstellungsräume ein bewunderndes „Ooooh“ und „Aaaah“ zu hören.

Kontakte in die weite Welt

„Das Haus ist immer noch eine Faszination für mich – es ist durch seine Geschichte einfach etwas Besonderes“, sagt Zhang, als er durch die Ausstellungsräume im Obergeschoss streift. Die Atmosphäre begeistert ihn so sehr, dass er seinen chinesischen Besuch nicht nur durch die Museen und Galerien von Köln und Düsseldorf führt, sondern eben auch durch die Alte Mühle. Zur Freude der Freundeskreis-Mitglieder: „Gerade im Zusammenhang mit der Regionale entwickelt sich hier in Schmallenberg ja ein neues Kunstzentrum und da ist es natürlich toll, dass solche Kontakte in die weite Welt entstehen“, sagt Christiane Kellersmann. Die neu gebauten und restaurierten Gebäude sollen nur ein äußeres Zeichen für die Veränderungen in der Schmallenberger Kunstszene sein, auch inhaltlich soll sich vieles bewegen. Der interkulturelle Austausch ist ein Schritt dahin.

Vor Kurzem ist die Leiterin der Jugendkunstschule, Beate Herrmann, selbst nach China gereist, um sich dort mit Kollegen auszutauschen: „China öffnet sich gerade sehr im Kulturaustausch, es finden sehr viele Aktivitäten statt.“

Kunst als Brücke zwischen Kulturen

Für solche Begegnungen müssen Kunstfreunde allerdings gar nicht unbedingt ins Flugzeug steigen, sie können sie auch beim Betrachten der Kunstwerke erleben. So ging es zumindest vielen Besuchern der Ausstellung von Qiwei Zhang. „Das Interessante an seinen Bildern ist, dass der Kontrast zwischen europäischer und asiatischer Kultur so deutlich zu sehen ist“, sagt Elisabeth Feldhaus, eine der Vorsitzenden des Freundeskreises „Kunsthaus Alte Mühle“.

Auch mit seiner Technik überzeugt der 35-Jährige Maler. „Ich habe selten jemanden gesehen, der so mit Licht und Schatten arbeitet – das ist einfach fantastisch“, sagt Kellersmann. Deshalb sind weitere Projekte mit Zhang in Schmallenberg durchaus denkbar.

Frage nach der Meinungsfreiheit

Seinen Besuch hat Zhang auf der Rückreise aus dem norwegischen Bergen in Empfang genommen. Dort hat Künstlerin Xiaodan Chengerade einige ihrer Werke ausgestellt.

Während ihrer Europa-Reise wurden sie und die Kuratorinnen, die sie begleiten oft nach der Meinungsfreiheit und der künstlerischen Freiheit in China gefragt.

Für viele europäische Künstler sei es schwer vorstellbar, sich in einem solchen politischen Umfeld frei entfalten zu können. „Für mich ist Freiheit nicht nur eine Frage des Ortes, an dem man lebt, sondern der Emotionen, die man empfindet und in der Kunst ausdrückt.“