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Chemie-Alarm wegen Gel-Brief in Meschede

04.02.2016 | 11:00 Uhr
Chemie-Alarm wegen Gel-Brief in Meschede
Hier in diesem Briefkasten hatte sich der Umschlag mit der unbekannten Substanz befunden.Foto: Oliver Eickhoff

Meschede.   Ein Mann öffnet einen Brief, packt in eine gelhaltige Substanz und bricht zusammen. Die Polizei ermittelt. Ist der Fall am Ende doch harmlos oder ist es ein Anschlag gewesen?

Was genau ist am Mittwochmittag an der Weidenstraße in Meschede passiert? Die Polizei weiß es noch nicht, sie ermittelt. Fest steht: Es hat einen Chemie-Alarm gegeben. Ein 48-Jähriger will eine unbekannte Substanz per Brief zugeschickt bekommen haben. Er musste behandelt werden. Rettungsdienst und Feuerwehr rückten an. Der Fall ist allerdings mysteriös – der Inhaltsstoff kann gefährlich, aber genauso vollkommen harmlos sein.

Weidenstraße abgesperrt

Polizei-Pressesprecherin Bianca Scheer berichtete von einer „gelartigen Flüssigkeit“, die sichergestellt worden sei. „Für uns ist bisher nicht klar, worum es sich dabei handelt.“ Der 48-Jährige selbst erklärte, dass er sofort zu Boden gegangen sei, nachdem er den Brief geöffnet habe. Er habe Atemnot bekommen. „Ich bin die Wand her­untergerutscht“, sagte er.

Ein Nachbar bekam die Szene im Treppenhaus mit, er alarmierte die Rettungskräfte. Neben Notarzt und Polizei rückte der Löschzug Meschede mit 15 Feuerwehrleuten an. Die Weidenstraße wurde teilweise abgesperrt, die Feuerwehr legte Atemschutz an und rückte in das Mehrfamilienhaus vor. Dort sicherte sie den Umschlag: wattiert und mit einer unbekannten Substanz versehen.

Brief in Einmachglas gepackt

Für die Spurensicherung wurde der verdächtige Brief in ein Einmachglas gepackt. Damit war der Einsatz für den Löschzug unter Leitung von Manfred Struwe nach wenigen Minuten wieder beendet. Der 48-jährige Bewohner des Hauses durfte nach der Untersuchung durch den Notarzt wieder in seine Wohnung.

Die Polizei verzeichnet den Vorfall zunächst als Bedrohung. „Wir können die Sache noch nicht einordnen“, so Pressesprecherin Scheer. Der 48-Jährige berichtete von Drohanrufen und will vor zweieinhalb Jahren schon einmal auf diese Weise attackiert worden sein: Tatsächlich findet sich ein entsprechender Einsatz im Oktober 2013, damals noch an seinem Wohnort in Hamm: Wie jetzt rückten Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst an, nachdem der Mann in eine zähe Flüssigkeit gefasst hatte, die in einen Brief gepackt war. Wie jetzt klagte er über sofortige Übelkeit und Atemnot. Mit dem Rettungswagen ging es damals sogar ins Krankenhaus.

Müsli im Umschlag

Die Substanz aus dem Brief wurde seinerzeit vom Landeskriminalamt untersucht. Gefährliche Inhaltsstoffe konnten nach einer Analyse nicht festgestellt werden, erklärte die Polizei in Hamm auf Nachfrage unserer Zeitung. Deren Pressesprecher Ulrich Biermann berichtete: „Im Umschlag war lediglich Müsli.“ Die Polizei in Hamm legte den Fall zu den Akten, sie geht in einem Vermerk davon aus, dass sich der Mann wichtig machen wollte.

Die Polizei in Meschede steht noch am Anfang ihrer Arbeit: „Wir ermitteln.“

Oliver Eickhoff

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2016-02-04 11:00
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