Carl-Julius Cronenberg ist neuer FDP-Chef

Hans-Werner Ehrenberg (links) übergibt den Vorsitz der Liberalen im HSK beim Kreisparteitag in Bestwig an Carl-Julius Cronenberg aus Arnsberg.
Hans-Werner Ehrenberg (links) übergibt den Vorsitz der Liberalen im HSK beim Kreisparteitag in Bestwig an Carl-Julius Cronenberg aus Arnsberg.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Carl-Julius Cronenberg ist der neue Vorsitzende der Liberalen im Hochsauerlandkreis.

Bestwig..  Die 24 Delegierten des FDP-Kreisparteitags bestimmten den Arnsberger Unternehmer im Gasthof Hengsbach einstimmig zum Nachfolger Hans-Werner Ehrenbergs, der nach 15 Jahren an der Spitze der HSK-Liberalen zurückgetreten war.

„Ich mache den Platz frei, um die Dynamik der neuen FDP nicht zu gefährden und es dem neuen Kreisvorstand zu ermöglichen, vor den wichtigen Wahlen 2017 neue Impulse und Erfolge einzufahren“, begründete Ehrenberg seinen Entschluss.

„Es ist nicht leicht, im Hochsauerland Mitglied der FDP zu sein“, so Ehrenbergs Stellvertreter Josef Mühlenbein (Brilon). „Aber du hast dich über den Kreisverband hinaus verdient gemacht“, lobte er Ehrenberg. Neben seiner Tätigkeit als Sunderaner Ratsmitglied war Ehrenberg unter anderem Delegierter auf Landes- und Bundesebene und von 2009 bis 2013 Mitglied des deutschen Bundestags.

„Du hast den Kreisvorstand mit deiner ruhigen, offenen und kollegialen Art immer auf Spur gehalten“, so Mühlenbein, „und dabei immer Wert auf einen harmonischen und sachbezogenen Umgang gelegt“.

Ein Ziel des neuen Kreisvorsitzenden Cronenbergs: Sich in der Fläche noch besser aufstellen, Parteigremien und Verbände stärker vernetzen, wieder vermehrt stattfinden – abfinden will sich die FDP mit dem Bedeutungsverlust nach vielen verlorenen Wahlen nicht. Hamburg habe hier spürbar Aufwind gegeben. Weiße Flächen auf der liberalen Landkarte im Hochsauerlandkreis möchte Cronenberg schließen. „Immer in enger Abstimmung mit der Kreistagsfraktion“, betonte er.

Sozialliberale Marschrichtung

„Wir haben als FDP eine Lücke zu füllen“, so der Vater von drei Kindern: „Der deutschen Wirtschaft Gehör verschaffen.“ Dies sei allerdings nie Selbstzweck, sondern diene der Gesellschaft.

„Eine starke Wirtschaft heißt auch ein starker Staat und den brauchen die, die schwächer sind“, so Cronenberg. Der Geist des kalten Kapitalismus, von dem sich die FDP in Bund und Ländern zunehmend distanziert, hat womöglich auch im Sauerland ausgespielt.

Auf lokaler Ebene sieht Cronenberg einen Themenschwerpunkt bei der Bildung – wie sein Vorgänger und Lehrer Ehrenberg, der sich selbst als „Rohstoffveredler“ bezeichnet. „Es wird immer schwieriger junge Menschen für eine duale Ausbildung zu begeistern“, so Cronenberg, daher sei es wichtig, die vier Berufskollegs des Kreises zu erhalten.

Spekulation mit Steuergeld

Thema Verkehrsinfrastruktur: Beim zweigleisigen Ausbau der oberen Ruhrtalbahn und beim Lückenschluss der A46 zwischen Hemer und Arnsberg werde man nicht lockerlassen.

Und auch in der Finanzpolitik werde man sich nicht den Wind aus den Segeln nehmen lassen: Die Aufstockung der RWE-Aktien sei Spekulation mit dem Geld der Steuerzahler. „Wenn es mit der Dividende nicht läuft, wird die Kreisumlage angepasst.“

Auch Beisitzer Walter Niggemann (Medebach) trat von seinem Amt zurück, zu seinem Nachfolger wurde Hanns-Rüdiger Fehling bestimmt.

Für Carl-Julius Cronenberg rückte der Esloher Hubertus Wiethoff als Beisitzer in den Kreisvorstand nach.