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Busunternehmer verschleppt Insolvenz

30.03.2016 | 10:00 Uhr
Busunternehmer verschleppt Insolvenz

Eslohe.  Ein Busunternehmer musste sich jetzt vor dem Amtsgericht Meschede wegen Insolvenzverschleppung verantworten. Vorsatz oder Fahrlässigkeit - diese Frage war für das Gericht relativ schnell beantwortet.

Fahrlässig habe der Unternehmer es versäumt, die Zahlungsunfähigkeit anzuzeigen. Er wurde zu 35 Tagessätzen zu je 30 Euro verurteilt.

Einfach weitergearbeitet

1995 hatte der heute 50-Jährige die GmbH gegründet, 2011 noch mit Bank und Steuerberater alles unter die Lupe genommen. Damals habe man ihm versichert, dass der Betrieb noch zu retten sei. „Auch damals schon gab es Altlasten“, sagte der gelernte Kfz-Mechaniker, der heute wieder als Busfahrer arbeitet. „Der Fuhrpark wurde immer älter, und Reparaturen wurden notwendig, die ich nicht vorhersehen konnte.“

Im April 2014 wurde es noch enger. Der Esloher arbeitete weiter, fuhr mit dem Bus quer durch Europa. „Von April bis Oktober ist Saison. Aufträge hatte ich genug.“ Nur zum Kofferwechsel sei er zwischendurch zu Hause gewesen. Gleichzeitig habe er über mehrere Monate versucht, ein Gespräch mit seinem Kreditinstitut zu bekommen. Das behielt sogar schon die Mieteinnahmen für die Halle ein. Doch der Unternehmer arbeitete einfach weiter.

„Es ging um das Lebenswerk meines Vaters“, versuchte der 50-Jährige vor Gericht eine Entschuldigung. „Ich bin kein Kaufmann. All das hatte ich nicht gelernt. Für den Insolvenzantrag hätte ich erstmal einen 32-seitigen Antrag runterladen müssen.“ So kam eine Woche zur anderen „und Loch um Loch, das gestopft werden musste“, sagte seine Anwältin in der Verhandlung. Und der Mann ergänzte. „Ich habe einfach weitergearbeitet. Irgendwann steckte ich in einem Tunnel und kam nicht mehr raus.“

Voll geständig

Ein Zeuge berichtete von der Reparatur des privaten Pkw, die der Angeklagte über das Geschäftskonto abrechnen lassen wollte. Eine Rechnung, die um einiges höher ausfiel als erwartet. Und das Konto war zu dem Zeitpunkt schon heillos überschuldet.

„Ich habe nicht groß unterschieden zwischen privat und geschäftlich. Das Auto wurde auch für dienstliche Strecken genutzt. Und letztlich war mir klar, dass ich privat voll in der Haftung bin.“

Beim Urteilsspruch folgte das Gericht den Plädoyers von Staatsanwalt und Rechtsanwältin, die beide 35 Tagessätze gefordert hatten.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft hielt zugunsten des Esloher Angeklagten fest, dass dieser nicht vorbestraft war und sich vor Gericht voll geständig gezeigt habe. „Er hat die Hintergründe nachvollziehbar geschildert und auch seine Hemmschwelle, das Lebenswerk des Vaters aufzugeben, ist verständlich“, so die Staatsanwaltschaft.

Ute Tolksdorf

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Busunternehmer verschleppt Insolvenz
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2016-03-30 10:00
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