Bürgermeister mit Politik im Blut

Schmallenberg..  Im Februar 1990, kurz nach Vollendung seines 70. Lebensjahres, verstarb Paul Falke in einem Schweizer Urlaubsort. Später wurde er auf dem alten Friedhof an der Grafschafter Straße unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und von Vertretern aus Wirtschaft und Politik in der Familiengruft der Falkes beigesetzt.

Erste Kandidatur 1952

Paul Falke stellte sich im Jahre 1952, im Alter von 32 Jahren, erstmals als Kandidat für die Kommunalwahl zur Verfügung und wurde aufgrund des Vertrauens, das ihm die Wähler entgegenbrachten, in die Stadtvertretung und gleichzeitig zum Bürgermeister der ehemaligen Stadt Schmallenberg gewählt.

Das Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters hat er über die kommunale Neugliederung im Jahre 1975 hinaus bis 1984, also insgesamt 32 Jahre lang ausgeübt, das Mandat als Stadtvertreter bis 1989. Von 1961 bis 1974 vertrat Falke als Amtsvertreter die Interessen der Stadt in der Amtsvertretung des ehemaligen Amtes Schmallenberg.

Sowohl die ehemalige als auch die neue Stadt Schmallenberg erlebten während seiner Amtszeit einen großen Aufschwung. Die Probleme der Nachkriegszeit sowie die unterschiedlichen Interessenlagen, die die kommunale Neugliederung im Jahre 1975 mit sich brachte, ist Paul Falke mit politischem Weitblick angegangen. Er besaß die Fähigkeit, auszugleichen und Gegensätze zu überbrücken.

Anwalt der Bürger

In seiner 37-jährigen kommunalpolitischen Tätigkeit gab Paul Falke entscheidende Impulse bei der Willensbildung des Stadtrates. Hohes Verantwortungsbewusstsein, Entscheidungsfreude, Liebe zu seiner sauerländischen Heimat, dazu Sparsamkeit und eine außerordentlich solide Amtsführung waren Grundsätze seiner Arbeit. Als Anwalt aller Bürger hatte Paul Falke für deren Anliegen stets Verständnis und sorgte sich persönlich um Erledigung.

Durch sein Wirken als Unternehmer, Kommunalpolitiker und nicht zuletzt als Mensch und kerniger Sauerländer hat er nicht nur für seine Heimat große und bleibende Verdienste geleistet.

Ehrungen und Auszeichnungen

Das Engagement Falkes hat ihm zahlreiche Ehrungen eingebracht:

1964 Einführung der Bürgermeisterkette,

1974 Verleihung des Ehrenringes der Stadt Schmallenberg,

1975 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse,

1977 Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt Schmallenberg,

1980 Verleihung des Großen Verdienstkreuzes der BRD,

1986 Ernennung zum Ehrenvorstandsmitglied der Schützengesellschaft Schmallenberg,

1986 Verleihung des 1. „Paul-Falke-Preises“

1989 Ernennung zum Altbürgermeister und

1961 bis 1989 Präsident des Gesamtverbandes der deutschen Maschenindustrie,

1989 Ehrenpräsident dieses Verbandes

Ferner war er 25 Jahre lang Schatzmeister des Verbandes der Nordwestdeutschen Textilindustrie. Ebenso war er Vertreter der Textilindustrie im BDI-Konsumgüterausschuss.

Die erste Bürgermeisterkette

Die Stadtvertretung hat die 10-jähriger ununterbrochene Tätigkeit Paul Falke als Bürgermeister im Jahr 1963 zum Anlass genommen, eine Bürgermeisterkette einzuführen, die der Amtsinhaber bei feierlichen Anlässen tragen darf. Sie soll der Würde der bürgerschaftlichen Selbstverwaltung Ausdruck verleihen und das Recht des Ratsvorsitzenden und Bürgermeisters symbolisieren, überall in der Stadt Vortritt zu haben.

Die Kette kann und soll keine besondere Auszeichnung für einen bestimmten Träger sein. Sie ist vielmehr für Generationen bestimmt. Und doch war die Einführung der Bürgermeisterkette in Schmallenberg mit einer Ehrung für den ersten Träger verbunden.

Verleihung des Ehrenrings

Die Übergabe der Amtskette erfolgte am 5. Juni 1964 durch den Ratsältesten Paul Hoffmann. In seiner Ansprache erklärte dieser unter anderem, es sei der Wunsch der Stadtvertretung, dass die Kette bei allen offiziellen Anlässen getragen werde.

Er verband hiermit den Wunsch, dass die Bedeutung der Kette auch den kommenden Generationen immer bewusst bleiben möge und die Träger immer das Vertrauen der Bürgerschaft besitzen. Paul Falke hat die Kette noch 20 Jahre lang, bis 1984, bei offiziellen Anlässen getragen.

Im Jahr 1974 erhielt er außerdem den Ehrenring der Stadt. Bei der Verleihung bezeichnete Josef Wiegel ihn als „Vollblut-Kommunalpolitiker“ mit gehörigem Wissen und Können.