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Protest

Bürger in Schmallenberg wollen mit Demo Zeichen gegen Rechts setzen

25.08.2012 | 05:00 Uhr
Bürger in Schmallenberg wollen mit Demo Zeichen gegen Rechts setzen
Der jüdische Friedhof in Schmallenberg ist verwüstet worden. Grabsteine wurden umgeworfen und sind zum Teil zerbrochen.Foto: WP

Schmallenberg.   Anfang August war der jüdische Friedhof in Schmallenberg Ziel sinnloser Zerstörungswut. Zahlreiche Grabsteine wurden umgestoßen, einige sogar demoliert. Dieser Vorfall war für die BFS (Bürger für Schmallenberg) der Grund, ein Zeichen gegen Rechts zu setzen. Sie planen für Mittwoch, 19. September, in Schmallenberg eine Demo.

Zwar ist bislang noch nicht geklärt, ob es sich bei den Vandalen auf dem jüdischen Friedhof um Täter aus der rechten Szene handelt – für Franz-Josef Pape und Franz-Josef Klauke von der BFS ist aber klar, dass es sich um eine gezielte Tat auf den jüdischen Friedhof handelt. Auf Nachfrage von WAZ-Online beim Staatsschutz in Dortmund, erklärte Pressesprecher Kim Freigang: „Die Ermittlung dauern an.“

Unabhängig davon ist die BFS der Meinung, dass es mal wieder an der Zeit sei, dass sich die Schmallenberger an ihre Geschichte erinnern. „Früher haben in Schmallenberg regelmäßig Gedenktage stattgefunden“, erklärt Franz-Josef Pape. „Jetzt passiert gar nichts mehr. Es ist an der Zeit, deutlich zu machen, dass rechtsradikale Leute in Schmallenberg nichts zu suchen haben.“

Franz-Josef Klauke und Franz Josef Pape (r.) von der BFS (Bürger für Schmallenberg) planen eine Lichterkette und ein Konzert gegen Rechts. Foto: Laura Mock

Die BFS ruft zu einer Demonstration gegen Rechts auf. Los geht es am Mittwoch, 19. September, um 20 Uhr auf dem Schützenplatz in Schmallenberg. Dann soll eine Lichterkette mit Menschen entlang der neu verlegten Stolpersteine zur Gedenkstätte in der Synagogenstraße gehen. „Schön wäre es, wenn so viele kommen, dass wir eine echte Kette entlang Ost- und Weststraße bilden können“, sagt Franz-Josef Pape. Am Denkmal selbst werde Ortsheimatpfleger Helmut Voß einen kurzen Vortrag zur Geschichte der Schmallenberger Juden halten. Alle Bürger und Gäste sind eingeladen. Im Anschluss findet im Lichtwerk ein Konzert „Rock gegen Rechts“ statt. „Welche Bands spielen werden, kann ich noch nicht genau sagen, da wir mitten in der Planung stecken“, erzählt Thomas Bette vom Lichtwerk. „Dass wir da mitmachen, war für uns sofort klar. Das war mir schon lange ein Anliegen.“

Laura Mock



Kommentare
28.08.2012
00:20
Bürger in Schmallenberg wollen mit Demo Zeichen gegen Rechts setzen
von Tsche_Gewara | #3

Macht lieber Politik für die Zukunft. Es gibt genug zu tun!

1 Antwort
Rechtsradikalismus bekämpfen....
von Stefan2 | #3-1

...IST Politik für die Zukunft.

25.08.2012
09:47
Abgegrenzt?
von Stefan2 | #2

In welcher Form haben sie sich denn abgegrenzt? Das würde mich schon interessieren. Politischer Wettstreit und Abgrenzung gegenüber dem Mitbewerber um die Wählergunst ist ja in der parlamentarischen Demokratie richtig und wichtig. Man sollte aber eine sinnvolle Sache wie das Gedenken an den Völkermord an den eigenen Nachbarn nicht durch politischen Wettstreit beschädigen.

Den Vorschlag, das Gedenken an die ermordeten jüdischen Mitbürger wieder zu pflegen, und neofaschistischen Erscheinungen entgegenzutreten, finde ich richtig. In anderen Städten des Sauerlandes gelingt das ja auch regelmäßig.

2 Antworten
Bürger in Schmallenberg wollen mit Demo Zeichen gegen Rechts setzen
von Jenswi | #2-1

Wenn Sie die Begrüßungsreden auf der Schmallenberger Woche aufmerksam verfolgt haben, dürfte Ihnen eine Form der Abgrenzung nicht entgangen sein. Viele Politiker waren sofort zum Freibier im Deimann-Zelt verschwunden und dann nicht mehr außerhalb des Zeltes gesehen.

Der Vorschlag,das Gedenken an die ermordeten jüdischen Mitbürger wieder zu pflegen, sollte parteiübergreifend gemacht werden. Und auch die CDU macht da ganz bestimmt ausnahmslos mit...

Mal Abgrenzung, mal Schulterschluss
von Stefan2 | #2-2

Danke, Jenswi. Ich habe die Reden leider nicht hören können, weil ich nicht da war. Aber wie schon gesagt: Abgrenzung kann sinnvoll sein, damit die unterschiedlichen Parteien auch erkennbare Profile entwickeln und zeigen. Gegen Neofaschisten und Friedhofsschänder sollten aber meiner Meinung nach alle demokratischen Parteien zusammenstehen. Ich hoffe, CDU, SPD, Grüne und BFS üben am 19. September den Schulterschluss und tragen die Veranstaltung mit.

25.08.2012
08:18
Bürger in Schmallenberg wollen mit Demo Zeichen gegen Rechts setzen
von Jenswi | #1

Die Herrschaften versuchen politisches Kapital aus den Rechten Vorfällen zu schlagen und bitten die gleichen Bürger von denen sie sich zur Eröffnung der Schmallenberger Woche im VIP Zelt abgegrenzt haben um Solidarität.
ekelhaft!

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