Breitbandausbau geht in Schmallenberg voran

Sechs weitere Orte sind ans schnelle Internet angebunden. Es freuen sich von links: Peter Kroppen (Telekom), Bürgermeister Bernhard Halbe, Josef Schörmann (Amt für Stadtentwicklung) und Reinhard Rohleder (Telekom).
Sechs weitere Orte sind ans schnelle Internet angebunden. Es freuen sich von links: Peter Kroppen (Telekom), Bürgermeister Bernhard Halbe, Josef Schörmann (Amt für Stadtentwicklung) und Reinhard Rohleder (Telekom).
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Telekom hat mit Unterstützung von Bund, EU, Land und Stadt Schmallenberg Glasfaserkabel in sechs Orten gelegt. 50 MBit/s sollten nun möglich sein.

Schmallenberg..  Die Datenautobahn steht. Jetzt müssen die Schmallenberger aus Arpe, Niederberndorf, Bracht, Brabecke, Nordenau und Westfeld privat allerdings noch die passenden Zufahrt bauen. Neue Autos - um im Bild zu bleiben - brauchen sie nicht. Die Endgeräte, wie Fernseher und Computer, können bleiben.

Ab sofort können in den genannten Orten rund 900 Haushalte mit bis zu 50 Megabit pro Sekunde (MBit/s) im Netz surfen, telefonieren und fernsehen - und das auch alles gleichzeitig. Die Telekom hat mit finanzieller Unterstützung von EU, Bund, Land und Stadt Schmallenberg Glasfaserkabel in die Orte gelegt.

Um die passenden Hausanschlüsse - vor allem einen IP-fähigen Router und den passenden Datentarif eines Anbieters, der nicht die Telekom sein muss, muss sich jeder Kunde nun selbst kümmern. Beim Pressegespräch von Telekom und Stadt warben alle für einen Besuch im örtlichen Fachhandel. Hotlines könnten da nur bedingt helfen.

Die neue Technik sei eine Verbesserung, die seit langem nötig war, betonte Bürgermeister Bernhard Halbe. Dabei gehe es auch, aber nicht nur, um den privaten Surf-Spaß. Dieser sei wichtig, um die jungen Familien im ländlichen Raum zu halten.

Aber das Internet entwickele sich rasant. „Schon heute nimmt die Zahl der Telearbeitsplätze zu, Menschen müssen nicht mehr ins Auto steigen, um beispielsweise nach Dortmund zu pendeln. Das Fachkrankehaus Kloster Grafschaft holt übers Internet Zweitmeinungen ein. Die Tourismusbetriebe werben weltweit. Ich sehe die Entwicklung als Chance.“

Dafür allerdings müsse auch der Breitbandausbau im ländlichen Raum vorangetrieben werden. Halbe: „Da blicken wir neidisch auf die Ruhrschiene, dort geht vieles leichter.“

Bei der jüngsten Darstellung des HSK habe Schmallenberg noch deutlich im unteren Drittel gelegen. „Das wird jetzt ein Stück besser.“ Immerhin seien rund 2500 Einwohner jetzt besser versorgt. „Das sind zehn Prozent der Schmallenberger Bevölkerung. Das ist eine Riesenleistung.“

Vor der Anbindung waren in den genannten Dörfern 97 Prozent „unterversorgt“ - wie Reinhard Rohleder, kommunaler Ansprechpartner für den Breitbandausbau der Telekom, vorrechnete. Ihr Anschluss erreichte weniger als 2MBit/s. Auch jetzt bleiben einige Ortslagen vom schnellen Internet abgekoppelt. Rohleder versprach, dass bis 2018 auch LTE - also der moderne Mobilfunkstandard - flächendeckend eingerichtet sei.

Bis dahin forderte Josef Schörmann vom Amt für Stadtentwicklung die Bürger auf, sich zu melden, wenn es irgendwo noch hakt. „Vor allem im Sorpetal klemmt es , das wissen wir“, sagte er.