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Beschimpfungen in sozialen Netzwerken das häufigste Problem

28.12.2012 | 15:00 Uhr
Beschimpfungen in sozialen Netzwerken das häufigste Problem

Meschede.   Beleidigungen bei Facebook sind unter Schülern schnell geschrieben - und treffen tief. „Das erzeugt wahnsinnige Verletzungen. Manche trauen sich am nächsten Tag gar nicht in die Schule“, weiß Heinz Bruning. Der Leiter der St.-Walburga-Realschule hat einen ganzen Ordner voller Missetaten in den sozialen Netzwerken.

Beschimpfungen sind das häufigste Problem bei den immer beliebter werdenden sozialen Netzwerken. „Facebook wird genutzt, um Stimmung gegen bestimmte Schüler zu machen“, hat auch Heinz Plugge vom Gymnasium der Benediktiner beobachtet. Extremfälle wie Prügelvideos oder massives Mobbing sind bislang an Meschedes weiterführenden Schulen kaum bekannt. Dennoch sind die meisten Schulen schon seit Jahren aktiv und klären über die Gefahren auf.

„Das ist ein ganz sensibles Thema“, auf das Schulleiter Heinz Bruning Eltern schon bei der Vorstellung der St.-Walburga-Realschule aufmerksam macht. „Kinder müssen bei den neuen Medien begleitet werden - nur so fallen Veränderungen frühzeitig auf.“ Der Vorteil sei, dass die Schüler sechs Jahre lang einen Klassenlehrer hätten. „Nur wenn ein Vertrauensverhältnis zu den Eltern oder den Lehrern besteht, erzählen die Schüler etwas.“

Seit zwei Jahren werden die Klassen 7 und 8 extra mit Vorträgen und gezielten Projekten aufgeklärt. Die Arbeitsgruppe Medienerziehung schult Klassen 5 bis 10 - künftig soll auch die gesellschaftliche Bedeutung der sozialen Netzwerke innerhalb des Unterrichtes herausgearbeitet werden. „Wir müssen den Schülern bewusst machen, wie ausspionierbar sie werden und welche Bedeutung das geschriebene Wort auch bei Facebook hat“, so Bruning. Ist es ein extremer Fall oder helfen Gespräche nicht weiter, kommt es zur Anzeige. „Wir als Schule müssen deutlich markieren, wenn eine Grenze überschritten wird. Der Schutz des Schülers hat Vorrang.“

Schuleschwänzen 2.0

Am Gymnasium der Stadt Mesche wird das Thema ebenfalls sehr ernst genommen. Dort wurde bereits die falsche Information per Facebook gestreut, dass Unterricht ausfällt - Schuleschwänzen 2.0. Schulleiterin Uta Dies bereitet aber etwas ganz anderes Sorgen: „Die größte Gefahr ist die Scheinanonymität, in der sich man sich aufgehoben fühlt, weil alle deine Freunde sind. Die Schüler machen sich gar nicht bewusst, in was für einem freien Raum sie sich befinden.“ Die sozialen Netzwerke sind Thema im Unterricht, außerdem wird die Jahrgangsstufe 7 erst im Unterricht und dann in Workshops mit der Polizei auf Gefahren aufmerksam gemacht.

Am Gymnasium der Benediktiner gibt es die verpflichtende Arbeitsgemeinschaft Informations- und Kommunikationstechnische Grundbildung für die Klassen 5 und 8. Außerdem finden Infoveranstaltungen für Schüler und Eltern statt. An der Franz-Stahlmecke-Schule werden die sozialen Netzwerke innerhalb des Unterrichts behandelt.

Neben verschiedenen Infoveranstaltungen für Schüler werden an der Städtischen Realschule seit eineinhalb Jahren Medienscouts ausgebildet. Die älteren Schüler helfen ähnlich wie Streitschlichter, wenn es aufgrund von SMS, Facebook und Co. zu Problemen kommt.

Katja Gohsmann


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