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Missbrauch

"Beschämende Angelegenheit" beschäftigt Abtei

29.04.2010 | 12:16 Uhr
"Beschämende Angelegenheit" beschäftigt Abtei

Meschede. Nach der Einstellung des Missbrauch-Verfahrens gegen einen Mönch aus der Abtei Königsmünster hat sich nun das Kloster mit einer Pressemitteilung zu Wort gemeldet. Mit der Einstellung der Ermittlungen sei die beschämende Angelegenheit für den Mönch und die Gemeinschaft keinesfalls erledigt.

Mit der Einstellung der Ermittlungen sei die beschämende Angelegenheit für den Mönch und die Gemeinschaft keinesfalls erledigt, heißt es in einem Schreiben der Abtei Königsmünster. Es handele sich schließlich um Vergehen, die sich vor allem für die Opfer bis heute auswirken.

Die Abtei bedauere, dass hinsichtlich der Öffentlichkeitsarbeit nicht alles optimal gelaufen sei. Jedoch sei man in der Sache stets um offensive Konsequenz bemüht gewesen.

Der externe Beauftragte des Klosters, Leitender Oberstaatsanwalt a. D. Lüttike, und Abt Dominicus hätten in den zurückliegenden Monaten mit einem Großteil der Opfer Gespräche geführt - soweit sie erreichbar waren und es wünschten. Einigen habe auf Wunsch therapeutische Hilfe vermittelt werden können.

„Auch die Klostergemeinschaft setzt sich seit Bekanntwerden der Missbrauchsfälle durch einen Mitbruder intensiv damit auseinander", heißt es in der Mitteilung. Einerseits müsse der Schock, den die Gemeinschaft als ganzes und jeder einzelne erlebt habe, aufgearbeitet werden. Die bedrängende Frage, wie das in den eigenen Reihen passieren konnte, spiele dabei eine wichtige Rolle, um vor allem für die Zukunft daraus zu lernen.

„Weiterhin wird im Sinne von Prävention das gesamte Thema mit den vielen Aspekten, die in der öffentlichen Debatte immer deutlicher zutage treten, gründlich angegangen - auch mit fachlicher Hilfe von außen", schreibt die Abtei in der Pressemitteilung. Und: „In diesem Zusammenhang finden ebenso Gespräche im Gymnasium und im Gastbereich des Klosters statt."

Frank Selter

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Kommentare
08.08.2010
14:25
Beschämende Angelegenheit beschäftigt Abtei
von Lil_Aal | #2

Ich finde es Schade, dass Menschen zu voreiligen Schlüssen kommen. Um das Beispiel der Fußballmannschaft aufzugreifen: Wenn einzelne Trainer sich an Kinder vergehen, muss, sobald dies in dem Verein bekannt wird, sich zunächst der Vorstand darüber unterhalten, darauf ggf. Anzeige (bzw Selbstanzeige) erstatten, daraufhin die Öffentlichkeit informieren.

Die Aufklärungsarbeit ist gelaufen und läuft weiter. Es wurden entsprechende Maßnahmen eingeleitet, die Opfer sahen von Anzeige ab, worauf sich der entsprechende Bruder selbst angezeigt hat. Dazu gibt es übrigens einen wirklich erhellenden Beitrag in der FAZ Anfang des Jahres, auch im Internet zu finden.

Außerdem: Wenn ein Trainer sich an Kindern vergeht, sollte dann der gesamte Verein verurteilt werden? Natürlich häufen sich in letzter Zeit die Missbrauchsfälle in der Kirche, allerdings ist diese Organisation gerade auch für viel gutes bekannt, von Caritas bis Jugendarbeit, Seminare etc. Der Verein bietet ebenfalls viel Gutes, den Zusammenhalt, den Spaß usw.. Doch man sollte nicht von einzelnen Persönlichkeiten auf eine gesamte Gemeinschaft schließen, welche man selbst nicht kennt, welche selbst erst einmal mit den gegebenen Umständen fertig werden muss.

Genau wie der Verein mit dem pädophilen Trainer.

30.04.2010
14:46
Beschämende Angelegenheit beschäftigt Abtei
von FG | #1

Meiner Meinung nach ist es LEIDER rechtlich verjährt, jedoch gibt es da noch einen anderen Strafbestand. Und zwar, den der Selbstjustiz. Diese Fälle waren intern schon bekannt, weshalb der Mönch ins Ausland versetzt worden ist.
Wir leben in einem Rechtsstaat, in dem sich auch die Kirche an gewisse Regeln zu halten hat. Wenn solche Dinge in einem Fussballverein passieren, dann kann der Trainer auch nicht sagen, das regeln wir hier intern schon.
Und genau bei dieser Vertuschung gibt es meiner Meinung nach keine Verjährung.
Und genau hier muss weiter angesetzt werden.
Leider finden sich in Politik und Wirtschaft keine Parteien wieder, die ein wirkliches Interesse daran haben, die Wahrheit WIRKLICH aufzudecken. Es ist ja viel bequemer, alles etwas sacken zu lassen.
Von daher glaube ich:
Solange keiner der großen Player (Politik, Parteien, Wirtschaft, Kirche selbst) hier ein gehobenes Interesse haben, wird es nie eine gerechte Lösung geben.

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