Benötigt werden „Licht, Emotion und ein Einkaufserlebnis“

Meschede..  Offen kritische Stimmen gab es kaum in der ersten Versammlung zwischen der Stadtverwaltung und den Anliegern der Fußgängerzone. Wie berichtet, wirbt die Verwaltung für eine mögliche Umgestaltung der Fußgängerzone. Unterstützung hat sie dabei auch bei der Werbegemeinschaft „Meschede aktiv“. Vorsitzender Yasin Kosdik, selbst Friseur und seit zwölf Jahren Mieter, wäre zum Beispiel gern bereit, 50 oder 100 Euro mehr an Miete zu bezahlen: „Das würde mich nicht stören“ – wenn er dafür ein schönes Ambiente vor seinem Geschäft hätte. Die Innenstadt benötige „Licht, Emotion und ein Einkaufserlebnis“.

Unterstützung kam auch von anderen Geschäftsleuten: „Es müsste eigentlich schon morgen passieren“, kommentierte einer. Denn Neheim und Sundern würden aus Meschede schon Kaufkraft abziehen. Ganz kaufmännisch betrachtete ein anderer die schätzungsweise 19 000 Euro, die auf jeden Anlieger zukommen: Man müsse diese Investition über einen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren betrachten, die mögliche Abziehbarkeit bei der Steuer berücksichtigen, dazu die günstigen Zinsen betrachten und dabei die zufriedenen Mieter sehen – und schon sei diese Investition gar nicht so groß.

Ergänzung zum Meschede-Center

Ein Bauplaner warb dafür, durch die Umgestaltung der Fußgängerzone eine sinnvolle Ergänzung zum Meschede-Center zu schaffen – ansonsten drohe künftig die Gefahr, dass Kunden zum Einkaufen ins Meschede-Center kämen, danach aber rasch wieder wegfahren.

Verärgert würden Kunden über „exorbitante Parkgebühren“ in Meschede reagieren, berichtete ein Geschäftsmann: „Wegen Pfennigbeträgen verärgere ich Kunden“, sagte er. Änderungen in der Struktur der Parkbewirtschaftung will Bürgermeister Uli Hess allerdings nicht: „Wenn wir das freigeben, dann stehen überall Autos und es kommen gar keine Kunden.“

Deshalb sieht er inzwischen auch das freie Parken an den Adventssamstagen kritisch: Statt der angestrebten durchgehenden Fluktuation wären Parkplätze über Stunden belegt gewesen. Er nennt das Mescheder System ein „Parken zum günstigen Kurs“ – und Geschäftsleuten, die sich darüber ärgern, rät er, ihren Kunden doch einen Rabatt zu geben: „Die Lösung ist manchmal relativ trivial.“

Die deutlichste Kritik kam von einem Geschäftsmann, der fragte, warum er jetzt schon wieder investieren solle: „Dafür extra Geld zu leihen, ist in meinem Budget nicht vorgesehen.“ Er sei durch Grund- und Gewerbesteuer ohnehin hoch genug belastet. Einen Kuhhandel, den Geschäftsleuten die Steuern nicht weiter zu erhöhen, wenn sie dafür die Fußgängerzone verschönerten, konnte der Bürgermeister nicht eingehen: Eine Steuererhöhung sei zwar auch nicht geplant, „ob das so bleibt, kann ich nicht versprechen“ – die Erhöhungen wären ohnehin „überörtlichen Gegebenheiten“ geschuldet.

Stärkeres Pflaster geplant

Andere Geschäftsleute erkundigten sich nach Details: So wird zum Beispiel bei einer Umgestaltung künftig ein dickeres Pflaster verlegt, das auch den Belastungen des Lieferverkehrs endlich stand hält.