Belegungszahlen verdreifacht

In malerischer Kulisse präsentiert sich das „Sauerland Alpin“. Es ist vor sechs Monaten von Inhaber Peter Julius  eröffnet worden - mit einem völlig neuen Konzept.
In malerischer Kulisse präsentiert sich das „Sauerland Alpin“. Es ist vor sechs Monaten von Inhaber Peter Julius eröffnet worden - mit einem völlig neuen Konzept.
Foto: Privat
Was wir bereits wissen
Die Belegung verdreifacht, die Kundenzufriedenheit von 25 auf 75 Prozent gesteigert: Nach Aussage von Peter Julius, Geschäftsführer des Hotels „Sauerland Alpin“, geht das Konzept zur Neuausrichtung auf.

Grafschaft..  In den sechs Monaten seit dem Eigentümerwechsel wurden 30 Jahre Hoteltradition umgekrempelt und auf Vordermann gebracht. Inzwischen sind rund zwei Drittel der Zimmer von Grund auf renoviert, 80 sind fertig, 40 fehlen noch. Wellness- und Saunabereich sind wieder in Betrieb, ebenso das Schwimmbad. Neu eingerichtet wurde eine Spielothek, „um die Gäste auch bei Regen unterhalten zu können“, wie Julius sagt.

Retrodisco geplant

Auf der Aufgabenliste steht neben der Neugestaltung der Außenterrassen für 300 Personen bis zum Sommer die Wiedereröffnung des Hubertuskellers in den nächsten vier Wochen. Eine Retrodisco im Stil der 70er- und 80er-Jahre stellt sich Peter Julius vor, ein „Tanz- und Schwof-Lokal, passend zur Einrichtung und unseren Gästen“.

Wobei sich noch gar nicht sagen lässt, wer die typischen Gäste des „Sauerland Alpin“ sind – von 18 bis 80 Jahren sei derzeit alles da, sagt Julius. Zielgruppe seien Familien, Gruppen, Vereine, Wanderer, Wintersportler in der kalten Jahreszeit, Motorradfahrer – da findet sich jeder wieder.

„Jeder Gast ist willkommen“, betont der Geschäftsführer, rechnet aber damit, dass sich mit der Zeit eine Kernzielgruppe herauskristallisieren wird, auf die das Profil des Hotels dann stärker zugeschnitten wird. Man werde sehen, ob das „Alpin“ sich eher zu einem Familienhotel oder vielleicht zu einem Wandererhotel entwickle.

„Wir kämpfen auf allen Kanälen“, sagt Julius, die Internetpräsenz wird sukzessive mit dem Hotel modernisiert, bei Ab-in-den-Urlaub oder Sonnenklar TV fischt das „Sauerland Alpin“ nach Gästen. Eine mögliche konkrete Fortentwicklung des Konzepts könnte in einem All-inklusive-Programm zusätzlich zum Essen und Trinken liegen, „das ist im Sauerland nicht sehr verbreitet“, so der Geschäftsführer, der gezielt Lücken im touristischen und gastronomischen Angebot suchen und füllen will: „Wir wollen anders sein.“

Der Biergarten öffnet im Mai, die Küche wird zur Showbühne, auf der die Gäste den Köchen über die Schulter schauen können – das „Sauerland Alpin“ scheint sich buchstäblich auf breiter Front in die Bresche zu werfen, um sehen, was gut funktioniert und was nicht.

Dazu zählt auch die freiwillige Zurückstufung, ein einfacher, aber durchaus wirksamer Marketingtrick: Das Maritim lief offiziell als Vier-Sterne-Standard, das „Alpin“ hat einen Gang heruntergeschaltet, auf Drei-Sterne-Superior.

De facto doch vier Sterne

De facto liege man nun aber über dem Niveau des Maritim auf mindestens Vier-Sterne-Standard, erklärt Peter Julius. Während die Gäste früher aber vier Sterne erwarteten und angesichts des Investitionsstaus enttäuscht waren, rechneten sie nun „nur“ mit drei Sternen – und werden positiv überrascht. Die selbst auferlegte Zurückhaltung zünde, das merke man an den Rückmeldungen.