Bauzaun schädigt Mescheder Geschäftsleute

Der Zaun muss weg, fordern, hier von links, Cornelia und Markus Heuer sowie Nikola Wamser.
Der Zaun muss weg, fordern, hier von links, Cornelia und Markus Heuer sowie Nikola Wamser.
Foto: Jürgen Kortmann
Was wir bereits wissen
Der Stillstand am Meschede-Center beschert mittlerweile den Geschäftsleuten in unmittelbarer Nachbarschaft erhebliche Einbußen. Lästig ist für sie der Bauzaun ringsum, obwohl gar keine Bauarbeiten stattfinden.

Meschede.. Inzwischen geht es an die Substanz. Der Stillstand am geplanten Meschede-Center beschert mittlerweile den Geschäftsleuten in unmittelbarer Nachbarschaft erhebliche Einbußen. Gastwirt Markus Heuer vom „Alt Meschede“ spricht von einem Drittel weniger Umsatz, Blumenhändlerin Nikola Wamser verzeichnet minus 20 Prozent. Das alles, weil zwar ein Bauzaun den Bereich abgrenzt – sich dahinter aber nichts tut. Der Zaun ist buchstäblich zur Grenze geworden.

„Wir sind ja alle begeistert, wenn es endlich losgeht“, sagt Markus Heuer. Wäre es nur so weit. Er rief selbst schon Investor Hubert Bövingloh an, wo ihm versichert wurde: „Es geht in Kürze los.“ Auch das ist schon wieder einige Zeit her - ohne, dass etwas geschah. Mitte Januar ist der Bauzaun aufgestellt worden, danach gab es Vorbereitungsarbeiten auf städtischem Gelände, danach nichts mehr. Die Geschäftsleute sind ernüchtert. Und sauer. Heuer setzte man den Bauzaun an sein Grundstück, der Fußweg von der Fritz-Honsel-Straße zum Stadthallenplatz verlief plötzlich, ohne ihn zu fragen, über seine Terrasse – „sonst machen wir den Bauzaun eben zu“, wurde ihm gesagt. Dann wäre Heuer in nördlicher Richtung ganz abgeschnitten gewesen.

Öffnungszeiten schon reduziert

Die Geschäftsleute dachten, nach einer Übergangszeit wäre die Bauzaun-Zeit vorbei. Inzwischen aber ist der Bauzaun geschäftsschädigend: „Durch den Bauzaun denken alle, es kommt hier keiner durch“, sagt Nikola Wamser vom gleichnamigen Blumenhaus: „Die Leute mögen den Weg nicht mehr gehen. Es ist alles noch schlimmer geworden.“ Laufkundschaft komme deswegen nicht mehr zu ihr, nur die Stammkunden. Hinzu kommt der Leerstand in dem neuen Gebäude nebenan, das Bövingloh als Baubüro nutzen möchte – und wo sich auch nichts tut. Alles wirkt wie aufgegeben. Markus Heuer hat die Öffnungszeiten seiner Kneipe schon reduzieren müssen – sonst öffnete er morgens um 11 Uhr, inzwischen erst ab 15 Uhr: „Sonst haben die Leute zwischendurch hier auch etwas gegessen. Inzwischen verirrt sich tagsüber kaum einer hierhin. Selbst Stammgästen ist das zu viel geworden hier.“

Rückbau soll geprüft werden

Der Gastwirt fordert, „der Platz muss wieder frei werden“. Er hat selbst den Zaun bei sich schon verschoben, damit etwas mehr Platz entsteht – schließlich wollen die Leute, wenn sie denn doch den Weg finden, draußen sitzen. Auch City-Managerin Christina Henke muss mitteilen, dass sie fürs Stadtmarketing „keine neuen Informationen“ habe, wann sich am Center etwas tue. Den Geschäftsleuten sichert sie zu, gemeinsam mit der Stadt zu prüfen, ob der Bauzaun nicht wirklich anders gestaltet oder zurückgebaut werden könne.

„Wir sind zum Randgebiet abgestempelt“, meint Nikola Wamser. Das fiel gerade beim verkaufsoffenen Sonntag auf – die Innenstadt war proppenvoll, aber niemand hier im Stadthallenbereich.

Markus Heuer ist seit Oktober 2011 Pächter im „Alt Meschede“. Damals habe man ihm noch gesagt, das werde ein ganz großes Geschäft, wenn das Meschede-Center erst einmal nebenan stehe. Tatsächlich hat er sich offenbar neben einer ewigen Baustelle eingepachtet: Erst war hier der Lagerplatz für die Baustelle zur Öffnung der Henne, dann kam nebenan der Ruhr-Ausbau hinzu, jetzt der Center-Bauzaun.