Bankangestellte entdeckt Fälschungsversuch

Foto: imago/Papsch
Was wir bereits wissen
Dank einer aufmerksamen Mitarbeiterin ist in der Sparkasse in Eslohe eine Urkundenfälschung entdeckt worden.

Eslohe..  Eine 43 Jahre alte Schmallenbergerin soll versucht haben, ihrem Freund Geld abzuknöpfen. Sie muss sich vor dem Amtsgericht in Meschede verantworten.

Für Oberstaatsanwalt Thomas Poggel ist der Fall sonnenklar: „In meiner ganzen Laufbahn hatte ich noch nie eine so klare Beweislage – und dann kein Geständnis der Angeklagten.“ Friedrich Freiherr von Weichs räumt als Verteidiger ein: „Es sieht nicht optimal aus.“

Verdächtiges Verhalten

380 Euro soll sich die Frau im Juni 2014 auf ihr eigenes Konto überwiesen haben – vom Konto ihres damaligen Lebensgefährten aus. Laut Anklage fälschte sie dessen Unterschrift. Eine 26 Jahre alte Bankkauffrau kann sich klar erinnern: Die Schmallenbergerin habe sich Überweisungsformulare geholt. Kurz darauf warf die Frau etwas in den Briefkasten der Sparkasse. Die 26-Jährige öffnete ihn sofort – und fand nur eine Überweisung. Sie machte alles richtig: Sie rief danach sofort den Lebensgefährten an, sprach ihn auf die Überweisung an, stellte fest, dass keine Vollmacht erteilt worden war, verglich Kontodaten, sicherte die Bilder der Aufnahmekamera, auf der die Frau zu erkennen war. „Mir kam das komisch vor“, sagte sie vor Gericht: Denn die gleiche Frau sei zuvor schon einmal in der Sparkasse gewesen und habe sich nach der Möglichkeit von Bar-Überweisungen erkundigt – das fällt auf, „denn wer sich nach einer Bar-Überweisung erkundigt, der hat ja kein Konto bei uns.“ Bar-Überweisungen kosten eine hohe Gebühr. Die Schmallenbergerin streitet ab: „Ich weiß nicht, wie die Frau mich gesehen haben will. Sie kann mich definitiv nicht gesehen haben.“

Exakt 380 Euro überweist auch ihr damaliger Lebensgefährte monatlich – als Unterhaltungszahlung. Vor Gericht sagte der 54 Jahre alte Esloher aus, dass er diese Überweisung immer am Automaten mache, nie aber per Überweisung.

An dem Juni-Tag, als er von der Sparkasse informiert wurde, habe er seine Freundin zur Rede stellen wollen – sie habe aber „wie fluchtartig das Haus verlassen“. Später erzählte sie ihm vom großen Unbekannten, der ihr die Bankkarte gestohlen habe. Richter Philipp Weidlich staunte: Ausgerechnet an dem Tag mit der gefälschten Überweisung soll der Frau die Bankkarte gestohlen worden sein – und zwar nur die Karte, nicht aber die Geldbörse, in der sie die Karte aufbewahrte – „das ist schon überraschend“.

Der damalige Lebensgefährte identifizierte die Unterschrift als eindeutig gefälscht. Bis zum nächsten Verhandlungstag muss der Richter klären, ob er dem Antrag von Verteidiger von Weichs zustimmt: Dieser möchte ein graphologisches Gutachten zur Überprüfung der Unterschrift einholen lassen – denn auch wenn der Mann nicht unterschrieben habe, bedeute das ja nicht, dass seine Mandantin die Überweisung gefälscht habe.