Bad Fredeburg soll zum modernen Kurort werden

Hochstraße/Im Ohle Bad Fredeburg
Hochstraße/Im Ohle Bad Fredeburg
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Experten stellen den Bürgern ihre Pläne für die Umgestaltung des Ortskerns vor. Die Frage nach der Umgehungsstraße bleibt dabei weiter offen.

Bad Fredeburg.. Ein Gradierwerk im Kurpark, ein Ferienpark mitten im Ortskern und zusätzliche Arztpraxen: Wie ihr Ort sich in den kommenden Jahren weiterentwickeln soll, darüber haben die Bad Fredeburger während einer Bürgerversammlung im Kurhaus diskutiert. In einer öffentlichen Sitzung des Bezirksausschusses standen zwei Projekte im Fokus: das Regionale-Projekt „Kurorte – neu profiliert“ und der sogenannte Rahmenplan Bad Fredeburg 2015.

Dem „Netzwerk Zukunft“ angeschlossen

Um als Kurort attraktiver zu werden, hat sich Bad Fredeburg vor einiger Zeit dem „Netzwerk Zukunft“ angeschlossen. Das Projekt soll das Angebot von insgesamt sieben Kurorten in Südwestfalen verbessern. Nun hat Projektleiter Detlef Jarosch seine Pläne für Bad Fredeburg vorgestellt.

Als Schwerpunkt für den Gesundheitstourismus sieht er das Thema „Atmung und Allergien“. Das Klima, die Wanderwege, die allergikerfreundlichen Hotels und Ferienwohnungen sowie die Nähe zum Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft böten dafür die Grundlagen, es müsse aber noch einiges hinzukommen, so Jarosch. „Der Heilstollen zum Beispiel bietet noch viele ungenutzte Möglichkeiten.“

Sechs Standorte im Fokus

Außerdem nannte der Geograf sechs Standorte, an denen Veränderungen angedacht sind: Das Kurhaus soll modernisiert werden, der Rudolph-Becker-Park soll ein Amphitheater und eine neue Beleuchtungsanlage bekommen, im Frettelt-Park sollen eine Kneippinsel und ein Erlebnisspielplatz entstehen, im Kurpark Schmiedinghausen sind ein Gradierwerk und Schäferwagen als Übernachtungsmöglichkeit geplant und das Schulsportzentrum soll einen Multifunktionsplatz mit Kurzstreckenbahn bekommen.

Allerdings stellte Jarosch klar, dass nicht alle Ideen zwangsläufig auch in die Tat umgesetzt würden. Finanzierungsfragen, vor allem die Höhe möglicher Fördergelder, können erst dann geklärt werden, wenn ein endgültiger Plan vorliege.

Innerörtlicher Ferienpark mit zusätzlichen Hotels

Die wohl größte Veränderung wäre ein innerörtlicher Ferienpark mit zusätzlichen Hotels und Ferienwohnungen im Ortskern. „Dass das kein einfaches Projekt ist, ist uns allen klar“, sagte Jarosch. Dafür brauche es das Engagement der Bürger.

Genau diese sollten bei den Planungen nicht außer acht gelassen werden: „Es hat sich ganz klar gezeigt, dass ein moderner Kurort mehr sein muss als ein Ort, an dem sich die Gäste wohlfühlen.“ Deshalb müssten auch der demografische Wandel und die Bedürfnisse der Einwohner einbezogen werden.Diese sollen vor allem im städtebaulichen Rahmenplan berücksichtigt werden.

Durchgangsverkehr als Problem

Dieser steht in seiner Entwicklung noch am Anfang. Planer Andreas Bachmann sagte, es gelte vor allem, das Ortsbild zu erhalten und zu pflegen. Dazu sollen unter anderem Baulücken im Ortskern geschlossen werden sowie „unsensible“ Umbauten an historischen Gebäuden rückgängig gemacht werden.

Außerdem sollen öffentliche Gebäude ernergetisch saniert werden und unterirdische Bachläufe im Ortskern wieder freigelegt werden. Verbesserungsbedürftig sei auch die Einkaufssituation. Im Zentrum der Überlegungen stehen dabei die Hochstraße und die Straße „Im Ohle“. Der Durchgangsverkehr sei ein Problem – die Lösung in Form der lang ersehnten Umgehungsstraße können die Planer allerdings nicht beeinflussen, sie ist Landessache. „Das ist das Schlimmste, was Ihrem Ort passieren kann – dass er wahrnehmbar in zwei Teile geteilt ist“, sagte Bachmann. Deshalb sei eine Umgestaltung des Straßenzuges denkbar. Bei der konkreten Planung sollen die Bürger bis zum Herbst noch ihre Ideen einbringen können, zum Beispiel an Runden Tischen.