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Auswählen aus einem vielfältigen Angebot an der Hauptschule Freienohl

17.06.2012 | 21:29 Uhr
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Auswählen aus einem vielfältigen Angebot an der Hauptschule Freienohl
Der demografische Wandel zeigt sich auch den Mescheder Schulen: Zum neuen Schuljahr sind 56 Kinder weniger an den weiterführenden Schulen angemeldet – das sind zwei Klassen weniger als im laufenden Schuljahr. Foto: Ulrich von Born

Meschede.   Totgesagte leben länger. Während an anderen Orten die Hauptschulen kaum noch eine Eingangsklasse zusammenbekommen, sind in Freienohl für das neue Schuljahr 59 Kinder angemeldet worden. Gerade im langfristigen Vergleich ist die Zahl sehr gut, freute sich Schulleiter Detlev Pecko. 2010 waren es nur 46.

Diese guten Zahlen sind laut Pecko umso erstaunlicher, als die Diskussion um die Sekundarschule viele Eltern verunsichert, die Hauptschulempfehlungen zurückgehen und die Kinderzahl auch weniger wird. „Wir profitieren allerdings auch davon, dass die Franz-Stahlmecke-Hauptschule keine Fünftklässler mehr annimmt“, schränkt der Freienohler ein, „und dass die Hauptschule Oeventrop schließt.“ Außerdem gebe es an der Konrad-Adenauer-Schule bereits eine kleine Gruppe von Schülern, die früher zur Sonderschule gegangen wären. Sie erhalten zusätzliche Förderstunden.

Pecko ist froh, dass der Rat einen eindeutigen Beschluss zum Schulstandort gegeben hat - selbst wenn Freienohl seine Eigenständigkeit aufgeben muss, wenn die Sekundarschule kommt. „Wir haben sogar Schüler aus Oeventrop und Eversberg“, sagt Pecko und ist sicher: „Die guten Schülerzahlen sind auch eine Anerkennung für die engagierte Arbeit des Kollegiums.“

Grundsätzlich ist er überzeugt, dass das längere gemeinsame Lernen wie bei der Sekundarschule der richtige Weg ist. „Wir brauchen nur die entsprechende personelle und finanzielle Unterstützung.“

Insgesamt merken die Mescheder Schulen deutlich den demografischen Wandel. Statt 442 Jungen und Mädchen im Jahr 2011 sind es für 2012 nur noch 386, die in die fünften Klassen wechseln. Da fehlen zwei Klassen im Stadtgebiet.

Für Franz Stratmann, Schulleiter an der Städtischen Realschule, ist der demografische Wandel denn auch der Hauptgrund für den - noch nicht dramatischen - Rückgang. „Diese Schülerzahl ist für uns eher normal als die 102 Fünftklässler im Jahr 2011.“ Und er vermutet: „Die Eltern akzeptieren eher die Empfehlung der Grundschule.“

Während die Zahlen der Privatschulen in kirchlicher Trägerschaft nach außen nichts aussagen, da sie jedes Jahr aus allen Anmeldungen zwei Klassen bilden, ist Heinz Bruning, Schulleiter der St.-Walburga-Realschule, überzeugt, dass seine Schule von der Diskussion um die Sekundarschule und vor allem von der verkürzten Gymnasialzeit profitiert. „Obwohl die Schülerzahlen allgemein zurückgehen, haben wir konstant 100 Anmeldungen.“ Es gebe im Sauerland offenbar noch viele Eltern, die mit der Halbtagsschule klar kommen.

Und sowohl Pecko als auch Bruning verweisen darauf: Es gibt in Deutschland so viele Möglichkeiten seinen Abschluss, ob Haupt-, Real- oder Gymnasial- zu schaffen. Das sei den meisten Eltern und Schülern gar nicht bewusst. Bruning: „Es entwickelt sich jetzt eine vielfältige Schullandschaft, aus der Eltern und Schüler nach ihren Bedürfnissen auswählen können.“

Ute Tolksdorf

Kommentare
17.06.2012
23:49
Auswählen aus einem vielfältigen Angebot
von westphalian-observer | #1

Recht so! Da schicke ich mein Kind doch lieber auf die benannte Haupt- bzw. Realschule, als dass ich es den Zwängen von Turboabitur und Ganztagswahn aussetze. Leistungsdruck und Freizeitmangel sind ebenso wenig förderlich für die kindliche Entwicklung wie das zwangsweise Verweilen in der Ganztagsschule. Welches Kind will denn den ganzen Tag in der Schule sein??! Erzogen wird zuhause, gelernt - fürs Leben - wird in der Schule. Das dürfte auch jeder/m Lehrer/in recht sein, die/der vielmehr dafür da sein sollte, dem Kind Wichtiges auf interessante Weise zu vermitteln als dass an sie/ihn der Erziehungsauftrag weiterdelegiert wird, den manche Eltern nur spärlich oder gar nicht mehr wahrnehmen.

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