Asiatische Baukunst schwimmt im Hennesee

Da war die Freude groß: Das Drachenboot ist auf dem Wasser. Das Sozialwerk St. Georg
Da war die Freude groß: Das Drachenboot ist auf dem Wasser. Das Sozialwerk St. Georg
Foto: Felix Schröder
Was wir bereits wissen
Am Bug ist ein Drachenkopf zu sehen, das Boot bahnt sich seinen Weg durch den Hennesee. Es hat für die Erbauer eine besondere Bedeutung.

Meschede..  In der Berghauser Bucht hat die Taufe eines so genannten Drachenbootes stattgefunden. Dabei handelt es sich um ein langes Paddelboot, das Sitzplätze für gut 20 Personen bietet und künftig vom Sozialwerk St. Georg eingesetzt wird.

Der Anlass: Im Juli 2013 hatten Klienten und Mitarbeiter aus dem Wohnverbund „Sucht & Psychose“ des in Gellinghausen sowie Integratives Wohnen Olsberg und Bestwig zum ersten Mal an einem integrativen Drachenbootrennen auf den Baldeneysee in Essen teilgenommen. Bei so einer Veranstaltung muss laut Ralf Kohle, dem Initiator des Projekts, „die Hälfte der Besatzung aus Leuten mit Assistenzbedarf und mindestens sechs Prozent Frauen bestehen.“

Die heimische Mannschaft „Maybe-Fast“ (Übersetzung: Vielleicht schnell) belegte bei dem Turnier den ersten Platz - und eine Idee war geboren. „Der Name ist vor dem Rennen entstanden, als noch nicht klar war, ob wir schnell oder eben nicht sind“, sagt Kohle mit einem Schmunzeln. Nach dem Rennen waren sich alle Beteiligten einig: Es ist für alle ein Gewinn, wenn regelmäßige Angebote zum Paddeln und zur Teilnahme an Wettbewerben bestehen.

Bootsuche in Schwerin

Das Mitglied eines Drachenbootclubs gab Kohle den Tipp, in Schwerin nach einem geeigneten Boot zu schauen, und dort wurde er fündig. Allerdings reichte das noch nicht. Es gibt einen Deutschen Drachenboot-Verband, der eine Qualifikation als Steuermann vorschreibt. Dafür fuhren Ralf Kohle und ein Kollege nach Wiesbaden und ließen sich einweisen. Zusätzlich absolvierten beide den Rettungsschwimmer-Schein. Außerdem kooperiert der Ruderclub Meschede mit dem Sozialwerk.

„Das ist schon etwas für das Auge“, sagte der Projektleiter mit Blick auf das fertige Boot voller Stolz. Sechs bis sieben Leute leisteten dafür mehr als 100 Arbeitsstunden. Ein Teilnehmer begann eine Ausbildung zum Schreiner und konnte sich so besonders qualifiziert an der Restaurierung beteiligen.

Kohle war es wichtig, dass die Teilnehmer mit einem Drogenproblem und einer psychischen Erkrankung im Wettkampf Aggressionen abbauen können und eine Art Suchtmittelersatz erleben. Daneben spielt der inklusive Aspekt eine Rolle: „Menschen mit und ohne Assistenzbedarf sollen zusammengebracht werden“, so Kohle. Das Boot soll zukünftig Mitarbeitern und Klienten aus den verschiedenen Bereichen des Sozialwerks zur Verfügung stehen.