Archiv in Grevenstein ist kaum erreichbar

Stadtarchiv..  Auch wir Ortsheimatpfleger staunen, und zwar über folgende Bemerkungen: Dass es, um das Archiv der Stadt zu erreichen, laut Stadtverwaltung ca. zehnmal täglich Verbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Meschede nach Grevenstein gebe. Diese ca. zehn Verbindungen sind nicht während der Öffnungszeiten des Archivs nutzbar und auch nicht mit den Anschlussmöglichkeiten kompatibel, die Besucher finden müssen, die außerhalb der Kernstadt wohnen. Ältere ehemalige Besucher des Archivs haben daraus bereits ihre Konsequenzen gezogen und werden - wie sie mitteilten - nicht mehr kommen. Der in dem Artikel erwähnte massive Rückgang von Schülern, die das Archiv bisher aufsuchten, spricht für sich.


Nach dem Archivgesetz NRW gehört es zu den Pflichtaufgaben einer Kommune, Unterlagen - amtliches wie nicht-amtliches Archivgut - an deren Archivierung ein öffentliches Interesse besteht, zu sichern, zu erfassen und jedem die Möglichkeit zu geben, diese zu nutzen. Dazu gehört auch, dass das Archiv zumindest durch eine praktikable Verkehrsanbindung erreichbar ist.


Ebenso perplex sind wir über die Äußerung, dass das Archiv „endgültig … ins Gebäude der jetzigen Grundschule Remblinghausen einziehen [wird]“. Bei der Abstimmung am 25. September 2014 über den Interimsstandort Grevenstein wurde von den Ratsmitgliedern gerade nicht beschlossen, dass die Grundschule in Remblinghausen die dauerhafte Lösung für die Unterbringung des Archivs sei. Vielmehr soll weiter nach Möglichkeiten einer dauerhaften Unterbringung in der Kernstadt gesucht werden. Dass in der Kernstadt, wie in dem Zeitungsartikel behauptet, keine Räumlichkeiten angemietet werden dürfen, dürfte wohl weniger an den Vorgaben durch die Haushaltssicherung liegen, als daran, dass die Stadt noch über geeignete eigene Gebäude in der Innenstadt verfügt, die zuerst einzusetzen wären. Erinnert sei hier an die Franz-Stahlmecke-Schule, für die sich noch im Januar der Vorstand des Mescheder Heimatbundes aussprach.
Die Ortsheimatpfleger Elmar Kersting, Dr. Ottilie Knepper-Babilon, Friedrich Nagel, Heinz-Josef Padberg