Arbeitsleben fest im Blick
02.02.2012 | 16:25 Uhr 2012-02-02T16:25:00+0100
Meschede. Die ersten Exemplare sind jetzt ausgegeben worden. Von der siebten Klasse an bis hinauf zur Einführungsphase (bislang die Jahrgangsstufe 11) wird die Schüler des Städtischen Gymnasiums künftig ein „Berufswahlpass“ begleiten.
Die ersten Exemplare sind jetzt ausgegeben worden. Von der siebten Klasse an bis hinauf zur Einführungsphase (bislang die Jahrgangsstufe 11) wird die Schüler des Städtischen Gymnasiums künftig ein „Berufswahlpass“ begleiten.
„Pass“ ist untertrieben – es ist ein stattlicher, 100 Seiten starker Aktenordner geworden, den der Arbeitskreis Studium und Berufsorientierung gemeinsam mit Ulrich Haselhoff von der Agentur für Arbeit entwickelt hat. Sechs Euro zahlen die Schüler dafür, die sich aber rentieren würden, meinte stellv. Schulleiter Reinhard Mühlenbein bei der Vorstellung. In dem Ordner, der auch im Unterricht eingesetzt wird, sammelt sich über die Schuljahre hinweg an, was jeder Schüler für sich zur Berufs- und Studienwahl unternommen hat – „wie eine Perlenschnur“, sagte Berufsberater Ulrich Haselhoff: So behält der Schüler den Überblick und die Eltern bekommen eine Übersicht über die Aktivitäten. Unternehmen wiederum könnten in Zukunft ebenfalls in diesen Unterlagen blättern, wenn es um Bewerbungen gehe, stellte sich Markus Wierzchula vor, Studium- und Berufswahlkoordinator am Gymnasium. Andere Gymnasien hätten schon nachgefragt, ob sie das Mescheder Beispiel aufgreifen könnten.
Schon lange bereitet das Gymnasium nicht mehr nur auf ein Studium vor. Längst hat man am Schederweg auch das Arbeitsleben und die Wirtschaft im Auge. Angefangen hat es 2004 mit dem Praktikum, nach und nach sind dann immer mehr Bausteine hinzugekommen. Gymnasium und Arbeitsagentur schließen jährlich eine Vereinbarung ab, in der sich die Behörde einerseits zum Beispiel zu Sprechzeiten in der Schule verpflichtet, das Gymnasium andererseits die Schüler beispielsweise vom Unterricht befreit, wenn diese Termine bei der Arbeitsagentur wahrnehmen möchten. „Wir sind verzahnt und gut vernetzt“, meinte Ulrich Haselhoff. Er lobte generell: „Die Schulen sind so wach, dass sie sofort auf die Anforderungen aus der Wirtschaft reagieren.“ Ging es früher zum Beispiel ausschließlich um ein Bewerbungstraining, so würden die Jugendlichen heute auch vorbereitet, angemessen im Vorstellungsgespräch aufzutreten.
Angesichts der vielen Ideen will sich das Gymnasium in diesem Jahr auch um das „Berufswahlsiegel“ in der Bildungsregion Hochsauerland und Kreis Soest bewerben, dem neuen Gütezeichen für die Berufsorientierung. Und an einzelnen Ideen wird am Städtischen Gymnasium weiter gearbeitet. Um die Beziehung zur Wirtschaft zu vertiefen, kann sich Markus Wierzchula vorstellen, Experten aus den Betrieben zum Beispiel für Experimente in den Unterricht zu holen. Auch „Elternpraktika“ kann er sich denken: Die Kinder würden dabei mit Vater oder Mutter in deren Unternehmen gehen, um dort die Arbeit kennen zu lernen.
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