Angler ärgern sich über Gebühren

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Mit Beginn der Angelsaison blicken einige Angler verwundert und verärgert auf die Freizeitordnung des Ruhrverbands. In der dortigen Entgeltordnung ist aufgeführt, wer was zu zahlen hat. Und für einige wird es deutlich teurer. Gleichzeitig werde nur wenig gefangen, beschwerten sie sich im Internet.

Meschede..  Betroffen sind vor allem Sportboote mit Motorantrieb, die größer als sieben Quadratmeter sind.

Sie zahlen – neben der Plakette für den Motorantrieb (72 Euro) – seit diesem Jahr noch einmal 127 Euro für die Bootsplakette. Als Kombi zieht der Ruhrverband 19 Euro Rabatt ab – es bleiben 180 Euro im Jahr. „Zu teuer!“, schimpften Angler: „Dazu noch 55 Euro für den Angelschein. Da schaffe ich doch gleich das Boot ab.“

Angler und Segler gleichgestellt

Seit rund drei Jahren dürfen Boote auf dem Hennesee auch mit Elektromotor fahren. Einen Luxus, den sich auch einige Angler gönnen, die früher ausschließlich ruderten. „Für manch einen älteren oder gehandicapten Angler ist das sicher ein Segen“, sagt Christian Baczyk, der Leiter des Angel-Sport-Vereins Hennesee. „Mit den Motoren sind die Boote aber auch immer größer geworden“, hat er beobachtet. Wer sich also jetzt aufregt, muss bedenken: Auch nach der neuen Entgeltordnung zahlen Boote unter sieben Quadratmeter und ohne Motor nichts.

Früher mussten nur die großen Segler die Bootsplakette erwerben. Hausintern habe man dann entschieden, Angler und Segler gleich zu stellen, erläutert Christof Sommer, Betriebsleiter der Hennetalsperre. „Die großen Boote sind Sportboote – auch von ihrer Leistung und ihrem Equipment her.“

Ein weiteres Thema, das unter Anglern diskutiert wird: Vertreiben die Motorboote, die jetzt seit drei Jahren auf dem Hennesee erlaubt sind, die Fische? Denn offenbar ist es für viele Angler schwer, Hechte und Zander aus dem See zu ziehen.

Modernste Ausrüstung

„Nein“, sagt Markus Kühlmann, Fischereimeister des Ruhrverbands, bestimmt. „Bevor wir die Motoren freigegeben haben, gab es auf der Möhnetalsperre eine vierjährige Testphase.“ Selbst die Naturschützer hätten bescheinigt, dass es keine Beeinträchtigung für Fische und Vögel durch Motoren gebe.

Was aber das Angeln im Hennesee seit einigen Jahren schwierig mache, das sei unter anderem das klare Wasser – „die Fische sehen den Köder“. Außerdem gebe es – auch durch die Motorboote – erhöhten Angeldruck, so Kühlmann. Fanggründe sind leichter abzufahren. „Es ist schon erstaunlich, wie die Angler heute ausgerüstet sind. Die finden die Fische mit dem Echolot und halten ihnen den Köder direkt vor die Nase“, hat Kühlmann beobachtet.

Doch Kühlmann nennt noch einen weiteren Grund, der die Raubfische von den Angeln fernhält: „Wir haben einen gigantischen Futterfischbestand aus Flussbarsch, Rotauge und Kleiner Maräne. Die Raubfische schwimmen quasi im Futter und haben es nicht nötig, an die Angeln zu gehen.“ Versierte Angler, die sich im Hennesee auskennen, würden aber immer noch genug fangen, „die andern müssen suchen.“