„Allein für die Krönungsfeier hat es sich schon gelohnt“

Bei der Krönungsfeier der acht Regionalsiegerinnen, aus Schmallenberg dabei: Eva Schöllmann (rechts).
Bei der Krönungsfeier der acht Regionalsiegerinnen, aus Schmallenberg dabei: Eva Schöllmann (rechts).
Foto: WP Ted Jones
Wer wird die Schützenkönigin des Jahres? Unser Wettbewerb geht in die nächste Runde - Eva Schöllmann war letztes Jahr begeistert dabei.

Schmallenberg..  „Ich würde es morgen am Tag wieder machen!“ Eva Schöllmann, klingt noch heute - Monate nach der Wahl zur WP-Königin für die Region Meschede - ehrlich begeistert. Noch bis zum 29. Juni ist sie Schützenkönigin der Schützengesellschaft Schmallenberg.

„Allein für die herrliche Krönungsfeier mit den anderen Schützenköniginnen in Langscheid hat es sich schon gelohnt“, schwärmt sie. „Das war eine richtig tolle Party. Wie ein kleines Schützenfest.“ Aber auch die große Anteilnahme der Schmallenberger, die sie und damit die Schützengesellschaft unterstützt haben, habe ihr gut getan. Dabei kam ihre Regentschaft relativ überraschend.

Wirtin sprachlos

Denn eigentlich war ein anderes großes Fest geplant: Die Hochzeit mit Michael Schöllmann im August. Der sagte eine Stunde vor dem Königsschießen - Eva Schöllmann hieß damals noch Göddecke und war auf dem Weg zur Arbeit: „Ich glaube, ich schieße das Ding gleich.“ Die Wirtin des „Treffs“ in Schmallenberg war sprachlos. „Und das kommt bei mir selten vor.“ Sie öffnete ihre Kneipe und besorgte sich eine Vertretung. „Ich wollte schließlich dabei sein, wenn er den Vogel runter holt.“

Schon bei der Nachfeier beim König warb dann der Vorstand: „Eva, bei der Wahl zur WP-Königin, da machst du aber mit!“ Und Eva Schöllmann machte. Eine Bekannte schrieb für sie eine „liebevolle“ Bewerbung: „Man kann sich ja schlecht selber loben.“ Und dann ging alles ganz schnell.

„Ich war echt überrascht, wie viele Leute geklickt haben.“ Aber nicht nur das: „Ältere Schmallenberger haben mir ihren Stimm-Coupon direkt in die Kneipe gebracht, weil sie kein Internet hatten.“ Und Leute, die sie persönlich gar nicht kannte, versicherten ihr: „Eva, wir haben für dich abgestimmt.“

Als sie dann Siegerin der Region Meschede geworden war, bekam sie direkt eine Gratulationsmail ihrer engsten Verfolgerin: Regina Peus, erste Schützenkönigin der St.-Georgs-Schützenbruderschaft. „Auch darüber habe ich mich sehr gefreut.“

500 Euro fürs Kleid und 120 Liter Veltins waren ihr damit sicher. Das Geld überwies sie an die Aktion Lichtblicke - „das Kleid hätte ich doch sowieso gekauft.“ Die 120 Liter wurden mit den Schützen gemeinsam getrunken.

Auch wenn sie in Langscheid dann nur hauchdünn am ersten Platz im Super-Finale vorbeischrammte - der zweite Platz gefiel ihr auch: „Ehrlich? Da ging es mir mehr um die Feier.“

Eva Schöllmann rät also allen neuen Königinnen, an der Wahl teilzunehmen. „Man muss offen sein, Spaß am Feiern haben und es lieben, Schützenkönigin zu sein.“ Aber auch für den Zusammenhalt im Verein und im Ort, so schätzt sie rückblickend, ist die Teilnahme ein Gewinn.

Jetzt freut sie sich auf das eigene Schützenfest. Erstmals hat sie zu dem Termin drei Tage frei. Und wenn dann am Montag der neue König proklamiert ist? „Dann trinke ich mir ganz in Ruhe ein Glas Bier und denke: ,Geschafft!’“ Doch dann, so verspricht sie, wird sie auch die neue Königin nach Kräften bei der Wahl unterstützen.