AfD setzt auf neue Themen

Meschede..  53 Mitglieder hat die AfD - die Alternative für Deutschland - laut eigenen Angaben im Hochsauerlandkreis. Jetzt hatte sie zu einem ersten Bürgergespräch in Meschede eingeladen. Unser Anlass für einen Besuch.

Insgesamt 17 Männer und Frauen verfolgten den Vortrag von Rüdiger Zimmer und André Monkol. Ein AfD-Banner an der Wand, ein Plakat lehnt auf dem Boden. Einen Tisch deckt Monkol sorgsam mit der schwarz-rot-goldenen Fahne ab.

Thema Kriminalität annehmen

In Meschede geht es an diesem Abend um die Windkraft. „Wir wollen raus aus dem EU-Fokus“, erläutert Bernhard Zündorff, Schatzmeister des AfD-Kreisvorstands aus Sundern. „Wir werden dort in eine Ecke gedrängt.“ Man wolle versuchen sich mit neuen Themen zu präsentieren. Bisher, so Zündorff, sei man vor allem im Westkreis gut vertreten. Auch dem Thema Kriminalität will sich die AfD annehmen, dazu liegen Flyer der Zeitung „Junge Freiheit auf dem Tisch“, Politikwissenschaftlern sehen sie einem Grenzbereich zwischen Konservatismus und Rechtsextremismus. Tenor: „Kriminalität explodiert. Was Ihnen verschwiegen wird“. Auch Zündorff sagt: „Bei Wohnungseinbrüchen gibt es nur eine ganz geringe Aufklärungsquote von 12 bis 14 Prozent.“ Da müsse die Polizei Personal umschichten.

Mit Blick auf die Besucher bedauert er, dass die AfD wohl überwiegend Ältere anspreche. „Jüngere gehen oft gar nicht mehr zur Wahl.“ Das sei schade. „Wir versuchen vor allem die Nicht-Wähler zurück zu holen. Nicht zu wählen ist für eine Demokratie fatal.“

Der Vortrag beginnt. Rüdiger Zimmer, Maschinenbauingenieur und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FH Meschede, referiert über die Entwicklungen der Windkraft. Er sagt, dass der Strom eben nur gewonnen werden könne, wenn der Wind bläst und kritisiert, dass die Anlagenbauer stets mit der Höchstlast rechneten. Er vergleicht die Höhe der geplanten Windräder mit dem Umsetzer auf der Hunau „ohne Rotoren so hoch wie das Turmhaus“. Kurz skizziert er die Entwicklung im Hochsauerlandkreis und nennt die Einwände, die bereits bei der Bezirksregierung von Kommunen und Bürgerinitiativen eingegangen sind. Und betont: Die AfD habe sich über alle Kreisverbände bis zum Landesverband gegen den Ausbau der Windenergie ausgesprochen.

André Monkol ergänzt Risiken für den Tourismus, nennt den Infraschall als mögliche Gesundheitsgefährdung und tote Vögel als Beweis für die weiteren Gefahren für den Naturschutz. Auf die Frage, was man für Alternativen anbieten wolle, sagt Monkol: „Verhindern können wir nichts, wir hoffen aber, dass durch die Einwände der Regionalplan und der Bau der Windanlagen herausgezögert wird und sich ihre Zahl deutlich verringert.“