Achtung, Klinik-Satire

Meschede..  Es sind 25 frische, farbenfrohe Exponate. Eines witziger als das andere. Zum hintergründigen Schmunzeln oder bisweilen gar herzhaften Losprusten verleiten die Illustrationen allemal. Auch in der Eingangshalle des St.- Walburga-Krankenhauses, wo der Zeichner Daniel Lüdeling alias „Rippenspreizer“ eine Auswahl seiner Cartoons ausstellt, in denen er mit spitzer Feder mit Vorliebe das Gesundheitswesen aufs Korn nimmt.

Kostprobe gefällig? „Herr Doktor, Herr Doktor, ich habe jeden Morgen um 5 Uhr Stuhlgang!“ Antwort: „Das ist doch nicht schlimm.“ Kleinlaute Entgegnung: „Aber ich stehe erst um 6 Uhr auf!“ Derlei amüsante Sprechblasen sind charakteristisch für ihn, den Mann mit dem flotten, markanten Federstrich.

Szenen aus Behandlungszimmern

Was Lüdeling in leicht-lockeren Sequenzen zu Papier bringt, sind Szenen aus bundesdeutschen Behandlungszimmern, Wortwechsel zwischen Ärzten, mittendrin typische Erlebnisse von Sanitätern und Patienten. Auf den ersten Blick alltägliche Episoden. Doch bei Lüdeling geraten die Interaktionen stets zur munteren, immer unterhaltsamen Persiflage – kombiniert um manch forschen Seitenhieb auf das Genre schlechthin. Denn dem bekennenden Satiriker, entgeht nichts, menschliche Schwächen am allerwenigsten.

Vorgeführt oder bloßgestellt wird keiner. Humor und Ironie sind vielmehr Mittel zum Zweck – der Anreiz, um durch Karikatur dem Klinik-Milieu auf erheiternde Weise den Spiegel vorzuhalten: charmant, geistreich, fantasievoll. Auch wenn der frotzelnde Unterton nie schwindet.

Der 41-Jährige kennt sich aus – schließlich ist er selbst Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin. Seine Arbeiten basieren auf Erfahrungen aus dem eigenen Berufsleben, Freunde, Kollegen, Bekannte steuern immer wieder anregende Ideen bei.

Lüdeling war gerade 14 geworden, als die neugegründete Schülerzeitschrift seiner Heimatstadt Gütersloh einen Zeichner suchte – der Pennäler erhielt prompt den Zuschlag. Im Zivildienst und im Studium kristallisierte sich seine Vorliebe für medizinische Motive heraus.

Geschäftsführerin Anja Rapos: „Mit der Reihe wird auf Anhieb gute Laune verbreitet. Es spricht für sich, wenn das Publikum nach dem Betrachten der Cartoons fröhlich lächelnd weiterzieht.“ Im Foyer am Schederweg sollen solche Reaktionen momentan häufiger zu beobachten sein.