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Abzocker schreiben auch Vereine an

11.10.2012 | 11:00 Uhr
Abzocker schreiben auch Vereine an
Gewerbeauskunftszentrale schreibt sogar den Imkerverein MeschedeFoto: Frank Selter

Meschede.   Gewerbauskunftszentrale schreibt jetzt sogar schon die Vereine an. Wer leichtfertig die „kostenfreie Rückantwort“ unterschreibt, hat schnell Kosten von bis zu 1000 Euro zu tragen. Ansprechpartner ist der Deutsche Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität.

Der Vorsitzende des Mescheder Imkervereins staunte nicht schlecht: Ein scheinbar amtliches Schreiben der Gewerbeauskunft-Zentrale flatterte ihm ins Haus. Die wichtigsten Fakten, wie Betriebsname, Telefon und Betriebsstätte waren freundlicherweise schon ausgefüllt. Unter „muß durch Sie ergänzt werden“, stand dann noch Branche, E-Mail, Internet, Unterschrift und fett „Rückantwort gebührenfrei“.

Kosten für den Basiseintrag

Im Kleingedruckten erfuhr man dann, was der Verein bei „Rückantwort“ für den „Basiseintrag“ der Gewerbeauskunftszentrale im Internet im Jahr tatsächlich zu zahlen hätte: Inklusive Adresse und einem integrierten Routenplaner läpperten sich die Kosten auf monatlich 39,85 zzgl. Umsatzsteuer. Das Ganze für zwei Jahre verpflichtend, wie man auf der Rückseite dann noch erfuhr, kostete: 956,40 zuzüglich Umsatzsteuer. Viel Geld für Nichts, fand der Vorsitzende und warf das Papier in den Müll.

Doch das Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf blieb hartnäckig. Ein zweites Schreiben folgte mit der deutlich unterstrichenen Mahnung, dieses Schreiben sei ihm schon einmal zugesandt worden.

Leicht hätte man die Entgeltforderung übersehen können und die vermeintlich gebührenfreie Rückantwort zurücksenden können, zumal das Schreiben offiziell und seriös wirkt. „Das kommt auch gar nicht selten vor“, weiß Angelika Walter von der Verbraucherberatung in Meschede. „Es gibt sogar Kommunen, die das Schreiben zurückgesandt haben und sich plötzlich einer Forderung von knapp 1000 Euro gegenüber sehen.“

Das alles ist kein großes Problem, solange man nicht vorschnell zahlt. Sie empfiehlt die Anschreiben an den Deutschen Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität weiterzuleiten. Der Verband kann das Unternehmen wegen unlauteren Wettbewerbs abmahnen und auch Vertragsstrafen erheben. „Da wir nur Privatleute beraten, können wir leider in einem solchen Fall selbst nicht tätig werden.“

Noch im Juli hatte der Bundesgerichtshof zu genau diesem Thema ein Urteil gefällt. Da viele Eintragungen im Internet kostenfrei seien, habe der Empfänger nicht mit Kosten rechnen können. Eine derart versteckte Entgeltklausel sei daher nicht Vertragsbestandteil und somit unwirksam.

Auch andere Vereine betroffen?

Die Warnung vor dieser unlauteren Methode ist trotzdem angebracht. Denn wie leicht hat man seine Unterschrift unter den Vertrag gesetzt und läuft anschließend hinter seinem Geld her. Auch der Mescheder Vereinsvorsitzende gibt zu: „Im ersten Moment habe ich gedacht, die wollen nur meine Daten checken und wollte schon unterschreiben.“ Er vermutet, wenn sich die Firma jetzt schon an die Imker wendet, sind sicher auch andere örtliche Vereine betroffen. „Und womöglich hat Firma mit ihren unlauteren Methoden auch schon Erfolg gehabt.“

Von Ute Tolksdorf



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