Abriss wieder vom Tisch

Seit dem Jahr 2000 steht das alte Arbeitsamt an der Steinstraße in Meschede leer.
Seit dem Jahr 2000 steht das alte Arbeitsamt an der Steinstraße in Meschede leer.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Jetzt gibt es einen neuen Projektentwickler, der das alte Arbeitsamt in Meschede umbauen will. Pläne für einen Abriss des seit dem Jahr 2000 leer stehenden Gebäudes sind erst einmal wieder vom Tisch.

Meschede..  Immerhin: Das Verkaufsschild am ehemaligen Arbeitsamt an der Steinstraße ist verschwunden. Allerdings ist auch der Projektentwickler weg, der noch im letzten Jahr das Dienstgebäude abreißen und durch eine neue Wohnbebauung ersetzen wollte. An seine Stelle ist nun ein anderer möglicher Interessent getreten: Er plant einen Umbau des leer stehenden Komplexes.

Neuer Interessent

„Investoren entscheiden manchmal anders“, bedauert Bürgermeister Uli Hess. Dem potenziellen Käufer, der 2014 das Gebäude kaufen, abreißen, ersetzen und dann wieder verkaufen wollte, sei der Nutzer „abhanden gekommen“, der sich ursprünglich für den Neubau interessiert: „Die Idee hat sich leider zerschlagen.“

Hess hatte sich damals gefreut, dass das Gebäude endlich beseitigt würde – und der gesamte Bereich an der Steinstraße davon profitieren könnte. Die Nachricht kam seinerzeit kurz vor der Kommunalwahl: „Zufall, das hatte nichts mit der Wahl zu tun“, sagt Hess, und: „Ich arbeite seriös.“

Der Bürgermeister, der sich in diesem Fall als Vermittler versteht, bleibt dabei: „Die Stadt hat ein großes Interesse daran, diesen Schandfleck wegzubekommen. Es muss eine neue Nutzung her.“ Er bestätigt, dass es jetzt einen neuen Interessenten aus der Region gebe, der das Gebäude kaufen, erhalten und für Wohnzwecke umbauen möchte. Zuletzt hatte Hess mit der Bezirksdirektion der Agentur für Arbeit Gespräche dazu und weiß von deren Seite: „Am Preis wird es nicht scheitern.“ Oliver Schmale, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Meschede-Soest, hat die lästige alte Immobilie „geerbt“. Auch er betont: „Wir sind weiter daran interessiert, das Gebäude zu veräußern.“

Bieterwettbewerb als Ausweg

Und wenn sich auch diese Umbau-Idee wieder zerschlägt? Der Bürgermeister ist sich mit der Arbeitsagentur einig, dass dann ein Bieterwettbewerb durchgeführt werden soll, bei dem Interessenten ein Mindestgebot abgeben müssten – „so könnte am Ende ausgelotet werden, ob es überhaupt einen Markt für das Gebäude gibt“.

Zuständig für die Verwaltung und den Verkauf ist die „Gebäude-, Bau- und Immobilienmanagement GmbH“, eine Tochtergesellschaft der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Das Mescheder Gebäude taucht in ihren Verkaufsangeboten nicht mehr auf – nur ein 700 Quadratmeter großes, unbebautes Grundstück, das hinter dem Arbeitsamt am Hagenweg liegt, wird von ihr in Meschede noch angeboten – „Preis auf Anfrage“, wie es heißt.