Abriss des Hauses Beste-Wiemers

Schmallenberg..  Im Zuge des geplanten Ausbaus der Bundesstraße B 236 zwischen Schmallenberg und Fleckenberg ist 1990 das Wohnhaus Beste-Wiemers an der Fleckenberger Straße, heute Breite Wiese, vom Landesstraßenbauamt Meschede erworben und abgerissen worden.

Das Haus wurde vor 1900 von Kaspar Wiemers erbaut. Er stockte es im Jahr 1925 auf, 1927 wurde ein Stall angebaut. 1938/39 erfolgte ein Anbau für eine Wirtschaftskammer sowie für einen Kuh- und Schweinestall. Das Obergeschoss wurde als Tenne genutzt. Im Sommer 1983 erwarb Veronika Kunker aus Duisburg das Gebäude.

Investorin plante Barbetrieb

Sie beabsichtigte, im Erdgeschoss einen Barbetrieb zu eröffnen. Dieser sollte täglich von 20 Uhr bis 1 Uhr, wenn möglich bis 3 Uhr geöffnet werden. Bei den Umbauarbeiten sollte der Eingang für die Bar von der Seite erfolgen, so dass beim Verlassen oder auch beim Betreten des Lokals niemand der Gefahr der B 236 ausgesetzt wird.

Links vom Gebäude sollten auf dem Privatgrundstück die erforderlichen Parkmöglichkeiten angelegt werden. Der vorhandene Hauseingang an der B 236 sollte nur noch privat genutzt werden.

Eine Prüfung nach dem Gaststättengesetz damals ergab, dass ein Barbetrieb nur verhindert werden kann, wenn die persönliche Zuverlässigkeit des Antragstellers oder die räumlichen Voraussetzungen der Betriebsstätte nicht gegeben sind. Dies bedeutete, dass die Ausführung der Bar gewerberechtlich nur schwer zu untersagen war, sofern die baurechtliche Nutzungsänderung erteilt wird. Bei dieser Art von Betrieben liegt jedoch der Verdacht nahe, dass dort der gewerbsmäßigen Prostitution nach gegangen wird.

Damals wurde gemutmaßt, das dies für den Erholungsort Schmallenberg ein großer Nachteil sei, wenn sich unmittelbar am Ortseingang ein Barbetrieb etablieren würde.

Stadt verhindert Privatclub

Mit den Modernisierungs- und Renovierungsarbeiten begann man bereits im Herbst 1983.

Bei einer Kontrolle wurde gegen über den Behörden unter anderem vorgetragen, dass man bei Ablehnung des Barbetriebes überlege, die Prostitution auch als Privatclub ausüben zu wollen.

Am 9. November 1983 wurde die Bauvoranfrage für die Errichtung eines Barbetriebes zurückgezogen. Es war nunmehr geplant, dass gesamte Gebäude nur noch zu Wohnzwecken zu nutzen.

1984 stellte sich heraus, dass das Gebäude auf der Trasse der neuen B 236 liegen würde. Der Eigentümer verkaufte an das Landesstraßenbauamt, das das Gebäude abreißen ließ.

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