10 000 Anrufer mit Sorgen pro Jahr

Eine ehrenamtliche Mitarbeiterin bei der Telefonseelsorge: Die Anrufe können nicht zurückverfolgt werden. Anonym bekommen die Betroffenen Rat und Hilfe.
Eine ehrenamtliche Mitarbeiterin bei der Telefonseelsorge: Die Anrufe können nicht zurückverfolgt werden. Anonym bekommen die Betroffenen Rat und Hilfe.
Foto: WAZ FotoPool
10 000 Anrufer melden sich mit ihren Sorgen pro Jahr bei der Telefonseelsorge. Zur Finanzierung trägt ein Förderverein bei - seit nunmehr zehn Jahren.

Meschede..  Die Telefonseelsorge im Hochsauerlandkreis gibt es schon seit 1979. Zu Beginn war sie auf den Altkreis Meschede beschränkt und hieß Sorgentelefon. Aber schon wenige Jahre danach wurde die Öffnung für Anrufe rund um die Uhr aus ganz Deutschland angeboten, für Festnetz und Handy, und immer kostenlos und anonymisiert, so dass jede Rückverfolgung ausgeschlossen ist. Inzwischen sind es an die 10 000 Anrufe pro Jahr an die von der Diakonie getragene HSK-Stelle ( 0800-111 0 111 und 0800-222 0 222), bewältigt von etwa 30 ehrenamtlich Mitarbeitenden.

Knappere Kirchensteuern

Vor gut zehn Jahren aber, mit dem Abnehmen der Kirchensteuereinnahmen, wurde die finanzielle Situation der Diakonie schwierig. Die Telefonseelsorge mit ihrer halben Stelle für eine Psychologin und die Aus- und Weiterbildung der Ehrenamtlichen war gefährdet. Alle Aktiven wussten jedoch aus den vielen Gesprächen, wie nötig ihr Dasein und Zuhören in Krisensituationen für die Anrufenden ist. Die Lösung für das Überleben der Einrichtung wurde in der Gründung des Fördervereins „Telefon-Seelsorge Hochsauerland e.V.“ gefunden. Der Verein sammelt Spenden, die steuerlich absetzbar sind. Dieser Förderverein funktioniert nun schon seit zehn Jahren gut.

Er bemüht sich seither besonders bei der Aus- und Weiterbildung, so gut es geht, die Diakonie Ruhr-Hellwig zu unterstützen, um die Telefonseelsorge zu erhalten. Deshalb feiert der Förderverein am Donnerstag, 11. Juni, ab 18.30 Uhr mit Stolz sein zehnjähriges Bestehen mit einem Festakt im Haus der Diakonie, Schützenstraße 10, in Meschede. Dazu sind alle Interessierten eingeladen.

Vortrag und Versammlung

Nach einer Rückschau gibt es den Vortrag von Isolde Tonnat: „So nicht! Und nicht mit mir. Ärger und Wut, ein hilfreiches Team.“ Auch zu dem anschließenden kleinen Empfang und der Mitgliederversammlung ab 20.15 Uhr sind außer den Mitgliedern alle Interessierten gern gesehen - auch in der Hoffnung, dass es vielleicht noch mehr Menschen gibt, die diese ehrenamtliche Arbeit unterstützen möchten.