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Benefizkonzert

Unnachahmlich brillantes Cellospiel

16.03.2010 | 20:51 Uhr

Lüdenscheid. Charlie Chaplin, den Schauspieler, kennt jeder. Weniger bekannt ist, dass der begnadete Komiker komponierte und Cello spielte.

Nach eigener Aussage, so Thomas Beckmann in der Kirche Oberrahmede bei „Beckmann spielt Cello", soll er bis zu zehn Stunden im Badezimmer geprobt haben, um ein Virtuose zu werden - und sich letztlich eines Besseren zu besinnen.

Kontrastprogramm mit

Bach und Chaplin

Im Dienste der Hilfe für arme und obdachlose Menschen verzauberte Thomas Beckmann, Gründer der bundesweiten Hilfsaktion „Gemeinsam gegen Kälte", am Montagabend mit einem überraschenden Kontrastprogramm, das zu Johann Sebastian Bach und Charlie Chaplin - richtungsweisenden Suiten für Violoncello solo von unnachahmlicher Brillanz und Filmmusik von bezwingendem Charme - führte.

Frenetisch gefeiert, kostete der bekannte Virtuose die spieltechnischen Möglichkeiten seines alten, wertvollen Guadagnini-Cellos überdies in drei wunderbaren Zugaben aus. Kooperationspartner des Düsseldorfers, der für sein soziales Engagement zahlreiche Ehrungen - darunter das Bundesverdienstkreuz, den Europäischen Sozialpreis und die Lorenz-Werthmann-Medaille - erhielt, war der heimische Gospelchor „Risecorn" unter Leitung von Helmut Jost.

Andächtig im ersten Teil, jubilierend nach der Pause griffen die Sängerinnen und Sänger die Stimmungen auf. Vom Meister selbst kam in der gut besuchten Kirche höchstes Lob: „Große Klasse, wie ihr gesungen habt!” Einen gemeinsamen Auftritt könnte sich Beckmann vorstellen.

Den wohltätigen Hintergrund des Konzerts erläuterte Pfarrerin Monika Deitenbeck-Goseberg, Vorsitzende des Obdachlosen-Freundeskreises, den Konzertbesuchern. Beckmann stelle hilfsbedürftigen Menschen das zur Verfügung, was er in seinen Konzerten erwirtschaften könne.

Dabei unterstütze er auch lokale Einrichtungen, im Falle von Lüdenscheid den Obdachlosen-Freundeskreis, der dabei ist eine Möbelkammer aufzubauen. An Spenden brachte das Konzert 740,25 Euro ein. Nach Art eines Erzählkonzerts mit Klangbeispielen und kurzweiligen Erläuterungen stellte Beckmann ausgewählte Bach- und Chaplin-Werke vor. Aus der Reihe von Bachs sechs Suiten für Violoncello solo - bahnbrechend zum Zeitpunkt ihrer Entstehung - wählte er mit der 3. Suite in strahlendem C-Dur (BWV 1009) ein Kleinod mit orchestralen Arpeggio-Effekten, Trillern, raffinierten Kunstgriffen, kadenzierenden Akkorden, lyrischen und anmutigen Themen aus. Singend, flüsternd und jauchzend, geschmeidig und geheimnisvoll erfüllte die Cellostimme den Saal. Chaplin-Themen aus Filmen wie „Lichter der Großstadt” oder „Der große Diktator”, hingebungsvoll umgesetzt, krönten den Abend.

Monika Salzmann

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2010-03-16 20:51
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