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Ausstellung

Traumatischer Weg von der Heimat in ein neues Leben

31.05.2012 | 17:02 Uhr
Traumatischer Weg von  der Heimat in ein neues Leben
Ausstellung Migration Städtische Museen

Lüdenscheid. Ein kleines Perlenarmband und ein altes Foto. Das ist alles, was einem kurdischen Mann von seiner Schwester, die in seiner Heimat erschossen wurde, geblieben ist. Ein Plastikbehältnis für Eier, das eine griechische Familie auf ihrem Weg nach Deutschland ins neue Leben begleitet hat. Eine ganze Batterie von Räuchermännchen.

Schöne und schreckliche Geschichten werden in der neuen Ausstellung in den Museen – „Wir hier! Zuwanderung und Migration nach Lüdenscheid und in die Märkische Region“ – erzählt.

Belgier ein eigenes Kapitel

Gestern stellten Dr. Eckhard Trox, Leiter der Museen, Kuratorin Michaela Ernst sowie die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Ulrike Tütemann und Dorna Hatamlooy die Ausstellung vor, die am nächsten Sonntag eröffnet wird.

Von der Idee über die Konzeption bis zur Umsetzung dauerte die Ausstellung Jahre, sagt Michaela Ernst. In den letzten Monaten standen Interviews mit den Menschen im Mittelpunkt, die ihren Weg aus dem einen oder anderen Grund nach Lüdenscheid gefunden haben.

Die Ausstellung beginnt nach dem Krieg, als die Vertriebenen nach Lüdenscheid kamen, gefolgt von den Gastarbeitern, Spätaussiedlern und Asylanten. Die belgischen Armeeangehörigen sind dabei noch ein eigenes Kapitel.

Bei den zahlreichen Interviews, die Michaela Ernst, Ulrike Tütemann und Dorna Hatamlooy geführt haben, fielen ihnen bestimmte Gefühle immer wieder auf: Egal, woher die Menschen kamen, es war immer traumatisch für sie in ihrer neuen Welt. Vereine und andere Organisationen der Landsleute halfen dabei sehr bei der Eingewöhnung. Auch der Heimatbegriff tauchte immer wieder auf – meist verbunden mit der Kindheit und der Landschaft. Für die Interviewerinnen war die Zeit nicht leicht, denn sie erfuhren auch von viel Schmerz und Leid. „Manchmal konnte ich einfach nicht mehr“, erinnert sich Michaela Ernst.

Sperrige Lüdenscheider

Migranten sind auch immer Wanderer zwischen den Welten, die in Deutschland Ausländer sind, und in ihrer Heimat „die Deutschen“.

Anders als im Ruhrgebiet, das eine lange Migrationsgeschichte hat, war es für die Zugewanderten nicht einfach mit den eher sperrigen Lüdenscheidern.

Die Zugewanderten haben die Objekte der Ausstellung zur Verfügung gestellt. „Wir wollten dabei aber nicht zeigen, wie die Deutschen sich die Migranten vorstellen. Wir haben es ihnen überlassen, was sie zeigen wollen.“

Und so kann man ab Sonntag viele kleine Dinge mit großer Bedeutung sehen. Wie zum Beispiel Kisten und Koffer, mit denen Spätaussiedler in ihr neues Leben aufbrachen. Pässe, die die Menschen begleitet haben. Traditionen aus dem Erzgebirge, aus der Türkei oder Marokko. Trachten, die man bei Hochzeiten oder Festen trägt. Fotos vom ersten Auto, am Arbeitsplatz oder bei der Hochzeit vom Sohn. Oder einen Schlüssel vom Elternhaus in Pommern, mit dem es im März 1945 für immer verschlossen wurde.

Von Susanne Illhardt

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