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Richard Rogler

Tacheles im seichten Themengewässer

15.03.2009 | 17:49 Uhr
Tacheles im seichten Themengewässer

Schalksmühle. Er wettert schimpft und motzt, dass es eine Freude ist. Denn als ewiger Nörgler spricht Richard Rogler wohl seinem Publikum aus der Seele. Anders jedenfalls sind die vielen Lacher kaum zu deuten.

Einiges gibt es aktuell zu kritisieren in Deutschland. Und egal, ob am Stammtisch oder in der Bildungsbürgerschicht, die Aufreger sind gleich: Geldverschwendung in Zeiten der Finanzkrise, Politikverdrossenheit, ein unsoziales Sozialsystem. Rogler schlachtet die Themen weidlich aus, nimmt kein Blatt vor den Mund und hält es gerne mit Schimanski. Auch der hatte keine Scheu, das Wort „Scheiße” zu gebrauchen, um seine Meinung klar und eindeutig kundzutun.

Das Publikum im ausverkauften PZ des Schulzentrums Löh freute es: Endlich wieder einer, der Tacheles redet. Dass der Kölner dabei oft nur im Seichten fischte, war egal. Für die Untiefen der Politik gibt's einen Hildebrandt, einen Schramm oder Richling.

Nahe an der Oberfläche

Rogler unterhält lieber nahe an der Oberfläche, fragt beim Stichwort SPD: „Ist die hier noch bekannt?” , stellt fest, dass Deutschland als verkehrsberuhigte Zone aussterbe, wenn man die Fortpflanzung nur den Beckers und Beckenbauers überlasse oder kalauert, dass es Menschen gebe, die einen Berliner schälen, wenn sie Marmelade haben wollen.

Und auf diese Art lässt er das Politische auch immer wieder schnell hinter sich. Echauffiert sich lieber über den Aufstand, der mittlerweile um Kaffee gemacht werden: „Es gibt heute schon Jahrgangsespresso, das hält keine Sau mehr aus!”

Dabei hatte er so angefangen, als wolle er mit seinem Publikum einen anstrengend Abend exerzieren: Mit gekonnter und treffender Medienschelte wegen allzu boulevardesken Berichterstattung über die erschütternden Vorfälle in Winnenden. Oder der Aussage, dass die Bundeswehr, wollte sie ihrem ureigenen Auftrag gerecht werden, Sicherheit und Zusammenhalt in Deutschland zu garantieren, zunächst mal vor den Werkstoren von Nokia und Opel aufmarschieren müsste.

Applaus zeigt: Recht hat er. Gelacht wurde lieber über die Litanei des Bekannten oder den Gag, Manufaktum sei der Otto-Katalog für Akademiker-Paare. Naja, warum auch nicht. Schließlich haben 15 Minuten Lachen die gleiche Wirkung wie 1,5 Stunden Nordic Walking, und man sieht dabei „nur halb so scheiße aus”.

Kai Pottgießer

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