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Hilfe für Kitze

Rettung der jungen Wilden

01.07.2012 | 10:00 Uhr

Lüdenscheid. Sondereinsatzkommando am Schloss Neuenhof: 25 Schülerinnen und Schüler der 6b des Geschwister-Scholl-Gymnasiums durchkämmen das Feld. Ihre Mission: Kids für Kitze, Rettung der „jungen Wilden“. Die Ricken legen die Kitze auf Feldern und Wiesen ab und halten sich selbst von ihnen fern, um sie nicht in Gefahr zu bringen. Kein Notfall, sondern der Normalfall. Doch die Gefahr droht durch ahnungslose Menschen und mächtige Mähmaschinen. Die Jungen und Mädchen wurden zu Rettern und leisteten am Freitagmorgen erste Wildtier-Hilfe.

Tiere liegen im hohen Gras

Bevor sich alle nasse Füße holten, gaben Kerstin Kappel und Melanie Braun von der Waldschule Spielwigge im Hegering Lüdenscheid, Alhard Graf von dem Bussche-Kessell, Gutsverwalter von Schloss Neuenhof, und Jagdaufseher Helmut Eick, die Strategie bei der Einsatzbesprechung vor.

„Die Kitze haben noch keinen Eigengeruch. Nur die Mama kann sie riechen. Sie legt den Nachwuchs im Schutz des hohen Grases ab und kommt nur zum Säubern und Füttern“, erklärt Kerstin Kappel. Also wissen alle: Hände weg, sonst nehmen die kleinen Rehe menschlichen Geruch an und das war’s dann mit dem Schutz vor Feinden.

Die Mähsaison beginnt. Das kann tödlich sein. „Das Reh hat bei der heutigen Technik keine Chance. Daher ist es wichtig, das Feld vorher abzusuchen“, gibt Graf von dem Bussche-Kessell den Auftrag an die Schülertruppe von Klassenlehrerin Claudia Naber, die Arbeit der Jäger zu übernehmen. „Bitte absuchen, nebeneinander und nicht im Gänsemarsch“, so die klare Ansage von Jagdaufseher Helmut Eick. Halt, vorher noch die Schutzmaßnahmen. Lehrerin Tanja Kalthoff verpasst den Wildhütern ein homöopathisches Mittel (dem Schulprojekt sei Dank), um Zecken abzuwehren und alle entwickeln einen starken Eigenduft.

Handschuhe gegen Duftnoten

Dann gibt es noch Handschuhe, damit bei der Berührung mit dem Objekt keine Duftnoten gesetzt werden. Das Reh wird aufgespürt und sorgsam geborgen. „So wird es abgelegt“, demonstriert der Jagdaufseher.

„Ich dachte, das wäre echt“, macht sich am Rande bei aller Begeisterung leichte Enttäuschung breit. „Das war nie geplant, damit ihr den Ernstfall praktisch proben könnt“, sagt Graf von dem Bussche-Kessell. Alles klar - Aktion erfolgreich beendet: Das Kitz kommt zurück in die Ausstellungsräume des Hegerings und die Kids wandern zurück in die Schule.

Von Elke Teipel



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